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Linde ist als global agierendes Unternehmen im Rahmen seiner geschäftlichen Aktivitäten einer Reihe von Risiken ausgesetzt. Wir begegnen diesen Risiken durch ein umfassendes Risikomanagementsystem, das integraler Bestandteil der Geschäftsprozesse und Basis unserer unternehmerischen Entscheidungen ist. Ziel ist es dabei, die im Zusammenhang mit unserer Tätigkeit entstehenden potenziellen Risiken frühzeitig zu erkennen, zu überwachen und durch geeignete Steuerungsmaßnahmen zu begrenzen. Wesentliche Bestandteile des Risikomanagementsystems sind das Planungssystem, das interne Berichtswesen und eine umfassende Risikoberichterstattung.

Interne Revisoren überprüfen regelmäßig die Effizienz der Arbeits- und Prozessabläufe innerhalb des Risikomanagements sowie die Sicherheit der verwendeten Systeme. Hierbei wird überprüft, ob bei den geforderten Risikomanagementsitzungen die Risikoverantwortlichen teilnehmen und sichergestellt ist, dass die aktuelle Risikosituation richtig dargestellt wird. Die angemessene Darstellung einer Risikosituation beinhaltet die regelmäßige Überprüfung der Bewertung bereits erfasster Risiken und gegebenenfalls deren Aktualisierung sowie die frühzeitige Kenntnis und Bewertung potenzieller neuer Risiken. An ausgewählten Sitzungen nimmt die Interne Revision teil. Ein wesentlicher Punkt bei der Überprüfung sind die zur Risikominimierung genannten Maßnahmen und deren Umsetzung. Darüber hinaus beurteilt ein Abschlussprüfer, ob durch das Risikomanagementsystem Entwicklungen, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden können, frühzeitig erkannt werden, und berichtet über das Ergebnis seiner Prüfung an Vorstand und Aufsichtsrat.

Grundlage der Überwachung und Kontrolle aller wirtschaftlichen Risiken im laufenden Geschäft ist unser standardisiertes internes Berichtswesen. Es informiert den Vorstand und die verschiedenen Managementebenen monatlich über die wirtschaftliche Situation und den Grad der Zielerreichung. Auf Basis der im Jahr 2003 eingeführten Balanced Scorecard (Glossar)  beobachten wir darüber hinaus die für die Verwirklichung der Unternehmensziele relevanten so genannten kritischen Erfolgsfaktoren. Dank der Balanced Scorecard lassen sich frühzeitig Planabweichungen erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten. Mittelfristig sollen Key Performance Indicators (Glossar) aus dem Bereich Corporate Responsibility in die Balance Scorecard integriert werden (siehe CR-Roadmap).

Im Folgenden beschreiben wir wesentliche Risikofelder, die sowohl unsere Geschäftsentwicklung als auch die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage maßgeblich beeinflussen können. Eine umfassende Darstellung des gesamten Risikomanagementprozesses und eine Aufstellung und Beurteilung aller Risiken für die Linde AG sind im Geschäftsbericht dargestellt.

Marktrisiken
Linde ist als weltweit tätiger Technologiekonzern sowohl auf der Beschaffungs- als auch auf der Absatzseite Marktrisiken ausgesetzt. Die wichtigsten Risiken auf der Beschaffungsseite betreffen die Verfügbarkeit und die Einkaufspreise von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie von Energie.

Insgesamt ist unsere Beschaffungspolitik und damit die Auswahl der Lieferanten auf Leistungsfähigkeit und Qualität ausgerichtet. Risiken, die sich durch ein Abhängigkeitsverhältnis von einem oder mehreren Zulieferern ergeben könnten, begegnen wir frühzeitig durch eine breite Streuung unserer Einkaufsaktivitäten.

Um auf der Absatzseite Risiken zu vermeiden, haben wir in den einzelnen Geschäftsbereichen zahlreiche Optimierungsprogramme gestartet und stärken unsere Wettbewerbsposition zusätzlich durch das seit rund zwei Jahren laufende Six Sigma-Programm (Glossar).

Produktionsrisiken
Um Qualitätsrisiken zu steuern, nimmt bei Linde die Qualitätssicherung bereits am Anfang des Wertschöpfungsprozesses einen hohen Stellenwert ein. Durch Festlegung von Qualitätsmaßstäben in der Entwicklung, intensive Prüfungen über die gesamte Prozesskette hinweg sowie eine enge Zusammenarbeit mit Zulieferern grenzt Linde die qualitätsrelevanten Risiken von Anfang an ein.

Finanzielle Risiken
Mit unserer Richtlinie zur Risikopolitik regeln wir den Umgang mit finanziellen Risiken im Rahmen von systematischen Abläufen verbindlich. So sind die Art der eingesetzten Finanzierungsinstrumente, die Limits für deren Abschluss sowie der Kreis der beteiligten Banken klar dokumentiert. Der Abschluss, die Abwicklung und die Kontrolle von Handelsgeschäften sind personell und organisatorisch strikt voneinander getrennt.

Finanzierungs- und Absicherungsentscheidungen treffen wir auf Basis unserer Finanz- und Liquiditätsplanung, die alle wesentlichen Unternehmenseinheiten einschließt. Die rollierende 15-Monats-Planung ist währungsdifferenziert in das kaufmännische Berichtswesen eingebettet, das auch im Bilanz- und Controllingbereich angewendet wird, um eine übereinstimmende Zahlenbasis zur Verfügung zu stellen. Im Unternehmensbereich Gas und Engineering setzen wir zusätzlich Instrumente zur Absicherung von Strompreisrisiken ein.

Personalrisiken
Im Linde-Konzern hat das integre Verhalten aller Mitarbeiter in Innen- und Außenbeziehungen traditionell einen hohen Stellenwert (siehe hierzu auch ausführliche Informationen zu unserem Code of Conduct). Alle Mitarbeiter des Linde-Konzerns, die mit vertraulichen oder Insiderinformationen zu tun haben, sind verpflichtet, die entsprechenden gesetzlichen Vorschriften einzuhalten und mit den Informationen verantwortungsvoll umzugehen. Die strikte Trennung von Management- und Kontrollfunktionen begrenzt das Risiko von Handlungen, die das Unternehmen schädigen können.

Um kartellrechtlichen Risiken vorzubeugen, haben wir ein Antitrust-Compliance-Program etabliert. Im Rahmen dieses Programms informieren wir unsere Mitarbeiter mit einer Broschüre und in Vorträgen über kartellrechtliche Ge- und Verbote und die mit Rechtsverstößen verbundenen Risiken für Unternehmen und Mitarbeiter.

Das Management von Ausfall- und Nachfolgerisiken ist ein wichtiger Bestandteil unserer Personalpolitik und wird ausführlich im Kapitel „Menschen“ erläutert. Unsere Maßnahmen zur Abwehr von Gesundheitsrisiken für unsere Mitarbeiter beschreiben wir im Kapitel „Umweltschutz und Sicherheit“.

Rechtliche Risiken
Im Zuge unserer Geschäftstätigkeit unterliegen wir Haftungsrisiken. Diese Risiken können sich zum einen aus möglichen Schadensersatzansprüchen im Zusammenhang mit der Produkthaftung – wobei vor allem in der Sparte Healthcare mit ihrer Palette an pharmazeutischen Produkten ein erhöhtes Risiko gegeben ist – und zum anderen durch die Verletzung von gesetzlichen Auflagen ergeben. Neben den hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandards zur Schadensfallvermeidung haben wir Versicherungen abgeschlossen, um uns vor möglichen Folgen beim Eintritt von Schäden abzusichern.

Mit den im Jahr 2002 auf die Gaseindustrie zugekommenen Schadensersatzklagen wegen Gesundheitsschäden, die durch die Verwendung von Asbest oder bestimmten Schweißmaterialien hervorgerufen worden sein sollen, sind wir weiterhin konfrontiert. Es handelt sich dabei vornehmlich um Sammelklagen in den USA. Vereinzelt richten sich solche Klagen auch gegen Unternehmen des Linde-Konzerns in den USA. Nach gegenwärtiger Einschätzung sind die Risiken, die sich aus den Klagen ergeben könnten, für den Linde-Konzern zwar gering, aber nicht völlig auszuschließen.

Gesamtrisiko
Im Berichtszeitraum bestanden für den Linde-Konzern keine bestandsgefährdenden Risiken. Auch für die Zukunft sind aus heutiger Sicht keine Risiken zu erkennen, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten.

Die speziell in diesem Report adressierten sozialen, ökologischen und ethischen Risiken sehen wir als wichtigen Bestandteil unseres Risikomanagements an, der systematisch berücksichtigt wird. Auch in den folgenden Kapiteln „Umweltschutz und Sicherheit“ sowie „Menschen“ werden wir dazu ausführlich Stellung nehmen.


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