Diese Leitlinie steht im Einklang mit den unter „Umweltschutz und Sicherheit“ niedergelegten Grundsätzen der konzernübergreifenden Corporate Responsibility Policy. Die Leitlinie geht über die Einhaltung der gesetzlichen Regelungen in einzelnen Ländern hinaus und ist einerseits eine freiwillige Selbstverpflichtung im Sinne der unternehmerischen Verantwortung, andererseits unabdingbare Voraussetzung für den internationalen Markterfolg von Linde Gas. Dabei verfolgt Linde Gas eine Strategie der Vorsorge und fordert die gleiche verantwortungsbewusste Haltung bei ihren Geschäftspartnern ein.
Emission Trading
Innerhalb der Europäischen Union begann die erste Phase des Emissionshandels im Jahr 2005. Sie läuft bis einschließlich 2007. Gemäß den EU-Richtlinien sind im Emissionshandelssystem zunächst die emissionsintensiven Anlagen einbezogen, also Anlagen mit mehr als 20 Megawatt Feuerwärmeleistung. In dieser ersten Handelsphase sind Anlagen von Linde Gas nicht betroffen.
Um beurteilen zu können, ob Linde Gas im Rahmen der zweiten Phase ab 2008 in den Handel einbezogen sein wird, fehlt es an wesentlichen Eckpunkten, zum Beispiel der einzubeziehenden Anlagenarten und Branchen, die der Gesetzgeber noch festlegen muss. Zudem ist noch offen, welche Schwellenwerte für CO2 und andere Treibhausgase gelten werden und ob Emissionen, die aus nicht genehmigungsbedürftigen Anlagen kommen, zukünftig mit erfasst werden sollen.
CO2
Das von Linde Gas vertriebene Kohlendioxid entsteht durch die Ausnutzung natürlicher Quellen oder durch Nachreinigung von Rohkohlendioxid aus unterschiedlichen Prozessen, zum Beispiel durch Erdöl- und Erdgasverarbeitung.
Mit der Abnahme von CO2 unterstützt Linde Gas Betreiber von Anlagen, die eine große Menge an Kohlendioxid emittieren, bei der Lösung ihrer Emissionsprobleme. Ein Beispiel für die großtechnische Anwendung dieser Technologie steht seit dem Jahr 2004 im Chemiepark Marl (Deutschland). Dort entnehmen wir bei unserem Kunden Sasol ein Rohgas, das bei der Herstellung von Ethylenoxid, einem chemischen Grundprodukt für Wasch- und Körperpflegemittel sowie Kunststoffe, entsteht. Der gasförmige Rohstoff wird aus dem Chemiewerk direkt über eine Rohrleitung an die Linde-Anlage geliefert und dort gereinigt, getrocknet und schließlich zu flüssigem Kohlendioxid in Lebensmittelqualität weiterverarbeitet. Denn zu 70 Prozent erfolgt der Absatz dieses aufbereiteten Kohlendioxids in der Lebensmittelindustrie, die das Gas zum Beispiel für Getränke oder Konservierung benötigt. Mit 20 Prozent ist die Industrie ein weiterer wichtiger Abnehmer, die restlichen 10 Prozent werden überwiegend in Wasseraufbereitungsverfahren verwendet.
