Verantwortungsbewusste Unternehmensführung

Eine wesentliche Grundlage für den nachhaltigen Geschäftserfolg von Linde ist die verantwortungsbewusste Leitung und Kontrolle des Unternehmens (Corporate Governance). Die Linde AG orientiert sich an dem von der Regierungskommission vorgelegten Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner jeweils aktuellen Fassung und erfüllt umfangreich die Anregungen des Kodex. Abweichungen begründen wir im jährlichen Geschäftsbericht.

33.000

Schulungen

Bis Ende 2011 haben wir mehr als 33.000 E-Learning-Schulungen zu den Inhalten unseres Verhaltenskodex durchgeführt – in 22 Sprachen.

Weltweites Compliance-Programm

Um die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und freiwillig aufgestellter Grundsätze abzusichern, baut Linde sein weltweites Compliance-Programm weiter aus. Unser wichtigstes Ziel ist, Korruption und Wettbewerbverstößen vorzubeugen sowie klärungsbedürftige Vorgänge zu erkennen und zu beseitigen. Voraussetzung dafür sind klare Regeln, informierte Mitarbeiter und ein globales Compliance-System, das uns hilft, mögliche Verstöße zu erkennen und zu verfolgen. Im Vordergrund unseres Compliance-Programms steht dabei, Fehlverhalten vorzubeugen. Gleichzeitig bestärken wir unsere Mitarbeiter, mögliche Verstöße gegen unseren Verhaltenskodex und andere Konzernrichtlinien zu melden und gehen jeder Anschuldigung nach.

Für die Entwicklung des Compliance-Programms ist seit 2008 der Linde Head of Compliance verantwortlich. Er koordiniert die Umsetzung und Überprüfung von Compliance-Maßnahmen. Compliance-Beauftragte in den Geschäftsbereichen und Regionen unterstützen ihn bei der Umsetzung des weltweiten Programms. Vorstand und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats werden regelmäßig von dem Leiter der Rechtsabteilung und dem Head of Compliance über die Aktivitäten und Weiterentwicklung der Compliance-Organisation informiert.

Bei der Weiterentwicklung unseres Compliance-Programms orientieren wir uns auch an den Empfehlungen des Global Compact der Vereinten Nationen sowie an den „Geschäftsgrundsätzen zur Bekämpfung von Korruption“ von Transparency International.

Zu den Schwerpunkten unseres Compliance-Programms im Jahr 2011 gehörte die technische und inhaltliche Weiterentwicklung unserer E-learning-Aktivitäten. Im Jahr 2012 startet Linde eine neue Online-Schulung zum Kartellrecht. Zielgruppe für diesen Spezialkurs sind rund 13.000 Mitarbeiter. Ein weiterer Schwerpunkt unserer Compliance-Aktivitäten im Jahr 2011 war die Umsetzung unserer neuen Richtlinie für die Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern mit Mittler- oder Repräsentationsfunktion. Ein Schwerpunkt im Jahr 2012 soll auf der Entwicklung einer globalen Richtlinie zur Korruptionsprävention liegen. Ebenfalls im Fokus stehen Präsenzschulungen zu unserem Verhaltenskodex für Mitarbeiter ohne Computerzugang.

Verstößen vorbeugen

Unsere Mitarbeiter informieren wir über die gesetzlichen Regelungen und weiteren Standards, die für ihre individuellen Tätigkeiten gelten. Bei der Einstellung erhält jeder Mitarbeiter unseren Verhaltenskodex und muss schriftlich bestätigen, dass er den Kodex gelesen und seine Inhalte verstanden hat. Im Jahr 2011 haben wir weitere Sprachversionen unseres Verhaltenskodex in Auftrag gegeben.

Darüber hinaus schulen wir unsere Mitarbeiter zu den Inhalten des Verhaltenskodex in Präsenzschulungen sowie mit unserem konzernweiten E-Learning-Programm. Bis Ende 2011 haben wir mehr als 33.000 E-Learning-Schulungen durchgeführt, in 22 Sprachen. Mehr als 4.500 Mitarbeiter in sensiblen Bereichen wurden von 2009 bis 2011 weltweit in Präsenzschulungen insbesondere zu den Themen Kartellrecht sowie Korruptionsprävention und Einsatz von Geschäftspartnern unterrichtet.

Fehlverhalten erkennen

Mitarbeiter, die eine mögliche Verletzung des Linde Verhaltenskodex oder anderer Konzernrichtlinien melden möchten oder Fragen dazu haben, können sich an ihren direkten Vorgesetzten oder Abteilungsleiter wenden sowie an Vertreter aus den Abteilungen Interne Revision, Personal oder Recht/Compliance.

Ein wichtiger Bestandteil unseres Compliance-Programms ist darüber hinaus ein globales Hinweisgebersystem, die Linde Integrity Line. Hierüber können Mitarbeiter und externe Stakeholder per Email, telefonisch oder auf dem Postweg Zweifel und Verdachtsfälle melden, wenn gewünscht auch anonym.

Jede Meldung wird vom sogenannten Linde Integrity Line Facilitator geprüft und gegebenenfalls an das interne Linde Integrity Committee weitergeleitet. Das Gremium besteht aus Mitgliedern der Unternehmensbereiche Interne Revision, Recht/Compliance, Corporate Responsibility und Personal. Das Integrity Committee prüft die Meldungen und legt das weitere Vorgehen fest. Die Integrity Line Policy definiert den genauen Prozess hierfür und stellt sicher, dass Vertraulichkeit und Datenschutz gewahrt bleiben. Hinweise auf Fehlverhalten, die über andere Kanäle eingehen, werden grundsätzlich in das Integrity Line-System weitergeleitet, um ein einheitliches Vorgehen bei der Untersuchung aller Fälle sicherzustellen.

Im Jahr 2011 verzeichnete die Integrity Line insgesamt 430 Kontakte (2010: 334). Jede einzelne der Meldungen wurde bewertet, zum Beispiel danach, ob es sich um allgemeine Anfragen handelte oder um Hinweise auf Missstände. Konkrete Anschuldigungen werden ausnahmslos untersucht. Im Wesentlichen handelte es sich im Jahr 2011 um Hinweise zu Personalthemen (rund 40 Prozent) und zu Vermögensdelikten (rund 30 Prozent). Ergänzend zu den regulären Beratungs- und Prüftätigkeiten unserer Compliance-Organisation, der Konzernrevision sowie unserer Personalverantwortlichen wurden im Jahr 2011 weltweit 54 Audits nach Hinweisen über die Integrity Line durchgeführt (2010: 54 Audits).

Konsequenzen bei begründeten Fällen

Verstoßen Mitarbeiter von Linde gegen Gesetze oder Regeln, müssen sie mit Sanktionen rechnen. Maßnahmen bei Verstößen können dabei bis zu einer Kündigung reichen sowie strafrechtliche Verfolgung oder zivilrechtliche Ansprüche nach sich ziehen. Stellt sich nach der internen Untersuchung ein Hinweis als begründet heraus, überprüfen wir nach einem festgelegten Prozess und Zeitraum, welche Maßnahmen bereits umgesetzt sind. Hierbei werden die zuständigen Bereichsleiter einbezogen, die zu jedem Fall Stellung nehmen.

Entdecken wir durch unsere Compliance-Systeme straf- oder kartellrechtlich klärungsbedürftige Vorgänge, arbeitet Linde auch eng mit den Behörden zusammen. Im Jahr 2010 ging Linde aktiv auf die Staatsanwaltschaft München zu, nachdem das Unternehmen im Rahmen eigener Prüfungen durch die Interne Revision auf klärungsbedürftige Vorgänge gestoßen war. Diese Vorgänge betrafen gemeinsame Projekte mit Unternehmen, gegen die seitens der Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachts auf Bestechungsdelikte durchgeführt wurden. Hierbei wurden keine rechtswidrigen Handlungen von Linde festgestellt. Allerdings hat die Staatsanwaltschaft bei einigen Projekten ein rechtswidriges Verhalten externer Dritter erkannt. Durch diese Verstöße ist Linde nach Schätzungen der Ermittler in den vergangenen Jahren mittelbar ein wirtschaftlicher Vorteil von insgesamt rund 35 Mio. EUR entstanden. Als Konsequenz hat Linde im Jahr 2011 eine Ausgleichszahlung in dieser Höhe geleistet.

> Mehr zu Beteiligung bei Rechtsstreitigkeiten im Geschäftsbericht

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