Verantwortungsbewusste Unternehmensführung

Eine wesentliche Grundlage für unseren nachhaltigen Geschäftserfolg ist die verantwortungsbewusste Leitung und Kontrolle des Unternehmens (Corporate Governance). Die Linde AG orientiert sich an dem von der Regierungskommission vorgelegten Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner jeweils aktuellen Fassung. Die Anforderungen des Kodex erfüllen wir umfangreich, Abweichungen begründen wir im jährlichen Geschäftsbericht.

Compliance bei Linde

 

 

VORBEUGEN

 

Globaler Verhaltenskodex

Compliance-Richtlinien

Orientierung an internationalen Standards

E-Learning

Präsenzschulungen

Beratung durch Compliance-Beauftragte

 

 

/

 

 

FEHLVERHALTEN ERKENNEN

 

Linde Integrity Line

Compliance-Untersuchungen/Audits

 

 

/

 

 

KONSEQUENZEN ZIEHEN

 

Verfolgen schlüssiger Hinweise

Monitoring der eingeleiteten Maßnahmen (Konsequenz-Management)

Kooperation mit Behörden

 

 

Verantwortungsbewusste Unternehmensführung bedeutet auch, die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und freiwillig aufgestellter Grundsätze sicherzustellen. Unser weltweites Compliance-Programm haben wir daher kontinuierlich ausgebaut. Ziel ist es, Verstößen vorzubeugen. Kommt es dennoch zu Fehlverhalten, wollen wir dies möglichst schnell aufdecken und entsprechende Konsequenzen ziehen. Voraussetzung dafür sind klare Regeln, informierte Mitarbeiter und ein globales Compliance-System, das uns hilft, Verstöße zu erkennen und zu verfolgen.

Für die Umsetzung des Compliance-Programms ist der Chief Compliance Officer verantwortlich. Compliance-Beauftragte in den Geschäftsbereichen, Regionen und operativen Segmenten unterstützen ihn bei diesem Auftrag. Der Vorstand und der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats informieren sich regelmäßig über die Aktivitäten und die Weiterentwicklung der Compliance-Organisation.

Zentraler Leitfaden für unser wirtschaftliches Handeln ist unser Verhaltenskodex. Er gilt für alle Mitarbeiter weltweit. Weitere Richtlinien für einzelne Themengebiete ergänzen den Kodex. Ein besonderer Fokus unserer konzernweiten Compliance-Aktivitäten liegt zum Beispiel auf den Bereichen Kartellrecht, Korruptionsprävention, Sanktions- und Exportkontrollrecht sowie Datenschutz. Im Jahr 2012 haben wir eine neue globale Richtlinie zur Korruptionsprävention verabschiedet, die Anfang 2013 in Kraft getreten ist. Bei der Weiterentwicklung des Compliance-Programms orientieren wir uns auch an den Empfehlungen des Global Compact der Vereinten Nationen sowie an den „Geschäftsgrundsätzen zur Bekämpfung von Korruption“ von Transparency International.

Information und Schulungen

Mit verschiedenen Maßnahmen schaffen wir die Voraussetzungen, dass unsere Mitarbeiter die geltenden Regeln und Richtlinien kennen und einhalten. So erhalten zum Beispiel neue Mitarbeiter bei der Einstellung unseren Verhaltenskodex und bestätigen, dass sie seine Inhalte verstanden haben. Im Jahr 2012 haben wir weitere Sprachversionen des Verhaltenskodex veröffentlicht, der damit in 28 Sprachen zur Verfügung steht. Um unseren Mitarbeitern aktuelle Informationen zu Compliance-Richtlinien und Ansprechpartnern noch leichter zugänglich zu machen, hat Linde 2012 ein neues Compliance-Portal im Intranet eingerichtet.

36.000E-Learning-Schulungen zum Verhaltenskodex seit Programm-Start

Darüber hinaus schulen wir Mitarbeiter zu den Inhalten des Verhaltenskodex in Präsenzschulungen und mit unserem konzernweiten E-Learning-Programm. Bis Ende 2012 haben wir dazu mehr als 36.000 E-Learning-Schulungen durchgeführt. Mehr als 6.000 Mitarbeiter weltweit wurden von 2009 bis 2012 in Präsenzschulungen unterrichtet. Im Jahr 2012 hat Linde eine neue Online-Schulung zum Kartellrecht eingeführt, an der bisher etwa 3.500 Mitarbeiter teilgenommen haben. Um Erkenntnisse zum Erfolg unserer Compliance-Maßnahmen zu erhalten, haben wir das Thema Integrität im Jahr 2012 in unsere globale Mitarbeiterbefragung aufgenommen.

Fehlverhalten erkennen und verfolgen

Wir bestärken unsere Mitarbeiter, mögliche Verstöße gegen unseren Verhaltenskodex und andere Konzernrichtlinien zu melden und bieten ihnen Beratung bei Fragen zu Compliance-Themen an. Die Mitarbeiter können sich dafür an ihren direkten Vorgesetzten oder Abteilungsleiter wenden sowie an Vertreter aus den Abteilungen Interne Revision, Personal oder Recht & Compliance.

Ein wichtiger Bestandteil unseres Compliance-Programms ist darüber hinaus ein globales Hinweisgebersystem, die Linde Integrity Line. Hierüber können Mitarbeiter und externe Stakeholder Verdachtsfälle melden, wenn gewünscht auch anonym. Jede Meldung wird geprüft und gegebenenfalls an das interne Linde Integrity Committee weitergeleitet. Das Gremium besteht aus Mitgliedern der Unternehmensbereiche Interne Revision, Recht & Compliance, Corporate Responsibility und Personal. Das Integrity Committee prüft die Meldungen und legt das weitere Vorgehen fest. Unsere Integrity-Line-Richtlinie definiert den genauen Prozess hierfür und stellt sicher, dass Vertraulichkeit und Datenschutz gewahrt bleiben.

Im Jahr 2012 wurde die Integrity Line insgesamt 309 Mal kontaktiert – per E-Mail, telefonisch, über unser Web-Portal oder auf dem Postweg. Jede dieser Meldungen wurde bewertet, zum Beispiel danach, ob es sich um allgemeine Anfragen handelte oder um Hinweise auf Missstände. Alle konkreten Anschuldigungen wurden untersucht und bestanden im Wesentlichen aus Hinweisen zu Personalthemen (rund 43 Prozent) und zu Vermögensdelikten (rund 25 Prozent). Außerdem untersuchten wir Hinweise zu Interessenskonflikten (rund 16 Prozent) und zu Diskriminierung (rund 3 Prozent). Nach Hinweisen über die Integrity Line haben die Interne Revision, die Personalabteilung, die Rechtsabteilung sowie die Abteilung für Sicherheit, Gesundheitsschutz, Umweltschutz und Qualität (SHEQ) im Jahr 2012 weltweit 77 (Vj. 54) Untersuchungen durchgeführt.

Verstoßen Mitarbeiter von Linde gegen Gesetze oder interne Regeln, müssen sie mit Sanktionen rechnen. Maßnahmen bei Verstößen können dabei bis zu einer Kündigung reichen sowie strafrechtliche Verfolgung oder zivilrechtliche Ansprüche nach sich ziehen. Stellt sich nach der internen Untersuchung ein Hinweis als begründet heraus, überprüfen wir nach einem festgelegten Prozess und Zeitraum, welche Maßnahmen bereits umgesetzt sind. Hierbei werden die zuständigen Bereichsleiter einbezogen, die zu jedem Fall Stellung nehmen. Sämtliche Fälle haben zu Konsequenzen geführt. Beispiele sind Schulungen, Verwarnungen, Versetzungen oder Umstrukturierungen. In einigen Fällen führte dies auch zur Entlassung von Mitarbeitern. Entdecken wir durch unsere Compliance-Systeme straf- oder kartellrechtlich klärungsbedürftige Vorgänge, arbeiten wir gegebenenfalls auch eng mit den zuständigen Behörden zusammen.

> Mehr zu Corporate Governance im Geschäftsbericht
> Mehr zu Leitlinien und zu den Grundwerten
> Mehr zur Integrity Line auf der Linde Homepage
> Mehr zu Beteiligung bei Rechtsstreitigkeiten im Geschäftsbericht