Klimaschutz

Strategie

Wir arbeiten kontinuierlich daran, Ressourcen noch effizienter einzusetzen und Emissionen von Treibhausgasen zu reduzieren. Dafür erfassen und bewerten wir weltweit Emissionen entlang der Wertschöpfungskette unserer Produkte. Maßnahmen für den Klimaschutz konzentrieren wir auf Bereiche des Unternehmens, die den Großteil der CO2-Emissionen verursachen und bei denen wir die Möglichkeit sehen, Umweltauswirkungen deutlich zu reduzieren. Die größte positive Wirkung für den Klimaschutz erzielen wir mit unseren Produkten. Unseren Kunden aus zahlreichen Branchen bieten wir Gase und Technologien, die ihre Produktionsverfahren umweltfreundlicher gestalten, den Verbrauch natürlicher Ressourcen senken und den Einsatz erneuerbarer Energien fördern.

Im Jahr 2013 wurden wir mehrfach für Initiativen ausgezeichnet, die den Klimaschutz unterstützen. So erhielt beispielsweise Linde Gas Benelux als erstes Gaseunternehmen den Lean and Green Award für die Selbstverpflichtung, den CO2-Ausstoß beim Flüssiggastransport in Tanklastzügen bis 2016 innerhalb von fünf Jahren um 20 Prozent zu senken. Der Preis wird von einem gemeinnützigen Verbund für nachhaltige Mobilität verliehen, der von der niederländischen Regierung gegründet wurde.

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Treibhausgasemissionen (in Mio. Tonnen CO2-Äquivalente)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2013

 

2012

 

2011

 

2010

Geprüft von KPMG

1

Abgedeckt sind die im Kyoto-Protokoll genannten Treibhausgase Methan (CH4), Distickstoffoxid (Lachgas, N2O), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFC), teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (HFC), Schwefelfluorid (SF6) und seit dem Jahr 2013 auch Stickstofftrifluorid (NF3).

2

Die Emissionen werden in Übereinstimmung mit den lokal geltenden Vorschriften erhoben und für Standorte berichtet, die dazu gesetzlich verpflichtet sind.

Direkte Treibhausgasemissionen (Scope 1)

 

 

 

 

 

 

 

 

CO2-Emissionen

 

7,2

 

7,6

 

5,7

 

5,4

davon durch HyCO-Anlagen

 

4,2

 

4,3

 

4,3

 

4,3

Emissionen der Linde Transportflotte

 

0,49

 

0,50

 

0,42

 

0,41

Weitere Treibhausgase1,2

 

0,3

 

0,4

 

0,6

 

0,4

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Indirekte Treibhausgasemissionen (Scope 2)

 

 

 

 

 

 

 

 

CO2-Emissionen

 

13,0

 

12,8

 

10,2

 

9,5

davon durch Luftzerlegungs-Anlagen

 

11,8

 

11,6

 

8,9

 

8,3

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Summe Scope 1 und 2 Emissionen

 

21,0

 

21,3

 

16,9

 

15,7

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sonstige Treibhausgasemissionen (Scope 3)

 

 

 

 

 

 

 

 

Transporte durch Kontraktoren (in Tsd. t CO2e)

 

388

 

380

 

395

 

310

Geschäftsreisen (in Tsd. t CO2e)

 

39,4

 

34,1

 

30,6

 

Als Folge der erstmaligen Anwendung neuer bzw. geänderter Rechnungslegungsstandards, wurden im Geschäftsjahr 2013 mehrere Standorte in die Berichterstattung aufgenommen. Finanz-, Umwelt- und Mitarbeiterkennzahlen wurden für das Jahr 2012 um diesen Effekt rückwirkend angepasst. Außerdem wurden die Kennzahlen zu Mitarbeitern, Gesundheitsschutz, Arbeitssicherheit und Umweltschutz rückwirkend für das Jahr 2012 um die Effekte aus der Akquisition des US-Homecare Unternehmens Lincare angepasst. Um die Vergleichbarkeit zwischen den Jahren 2012 und 2013 sicherzustellen, wurde für Lincare das gesamte Jahr 2012 berichtet.

Bilanz von Emissionen

Emissionen von Treibhausgasen erheben und berichten wir weltweit. Dabei orientieren wir uns an den Vorgaben des internationalen Greenhouse Gas Protocol-Standards. Weltweit emittierte Linde im Jahr 2013 rund 21 Mio. Tonnen Treibhausgase und damit rund 0,3 Mio. Tonnen CO2 weniger als im Vorjahr. Der in den Jahren 2013 und 2012 im Vergleich zu den Vorjahren verzeichnete Anstieg der Emissionen ist vor allem auf Änderungen der internationalen Regeln für die Rechnungslegung zurückzuführen. Diese sind bei Linde – ebenso wie für die Berichterstattung von finanziellen Kennzahlen – Basis für die Veröffentlichung von globalen Umweltkennzahlen. Vor diesem Hintergrund wurden für das Jahr 2013 sowie rückwirkend für 2012 Gemeinschaftsunternehmen berücksichtigt, die in den Vorjahren nicht in die Berichterstattung einbezogen waren. Auch die Integration der im Jahr 2012 akquirierten Unternehmen trug zu einer Erhöhung der Emissionen bei. Ein weiterer Grund für Schwankungen sind veränderte Kundenbedarfe.

Seit 2013 sind acht unserer europäischen Produktionsstandorte für Wasserstoff von der dritten Handelsphase des EU-Emissionshandels betroffen. Für alle diese Standorte werden Linde kostenfreie CO2-Emissionszertifikate zugeteilt, entsprechend den vorgegebenen Effizienzkriterien. Darüber hinaus benötigte Zertifikate erwerben wir über den Handelsmarkt für Emissionszertifikate, in Übereinstimmung mit unserer globalen Risiko-Richtlinie für Energie-Portfoliomanagement.

Um unseren Kunden die produktspezifische CO2-Bilanz offenlegen zu können, haben wir für unsere wichtigsten Luftgase eine Berechnungsmethode entwickelt. Diese Methode bezieht den gesamten Lebenszyklus der Produkte mit ein und wurde im Berichtsjahr extern zertifiziert.

Im Jahr 2013 haben wir uns erneut an der Umfrage der Investoren-Initiative CDP zur Klimaschutzberichterstattung und -leistung beteiligt. Linde wurde wie im Vorjahr in den regionalen Carbon Disclosure Leadership Index für Deutschland, Österreich und die Schweiz aufgenommen.

Globale Ziele und Maßnahmen

Ziel

-5%

Energieintensität bei installierten Luftzerlegungs-Anlagen bis 2017 (Basisjahr 2008)

Ziel

+2%

Energieeffizienz bei installierten Wasserstoff-Anlagen bis 2015 (Basisjahr 2009)

Wir haben uns globale Ziele für den Bereich Energieeffizienz und Klimaschutz gesetzt. Der Großteil des Strombedarfs und damit der indirekten CO2-Emissionen des Konzerns entsteht durch den Betrieb unserer rund 400 Luftzerlegungs-Anlagen. Es unser Ziel, die durchschnittliche Energieintensität der weltweit installierten Luftzerlegungs-Anlagen bis 2017 um 5 Prozent zu verbessern. Vergleichsgröße ist dabei die globale durchschnittliche Effizienz der Anlagen bei einer Auslastung entsprechend des Anlagendesigns. Basisjahr ist 2008. Bis Ende 2013 konnten wir die Energieintensität bereits um 3,8 Prozent verbessern. Damit haben wir bereits über 1,4 Mio. Tonnen CO2 eingespart. In Spanien haben wir im Berichtsjahr eine neue Luftzerlegungs-Anlage in Betrieb genommen, deren Energieeffizienz 40 Prozent höher ist als die der bisherigen Anlage. Wir arbeiten zudem kontinuierlich daran, durch technische Verbesserungen an Luftzerlegungs-Anlagen den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen des Unternehmens weiter zu reduzieren. Die verfahrenstechnische Optimierung einer Luftzerlegungs-Anlage in der Schweiz beispielsweise führte im Jahr 2013 zu einer Kostensenkung von 520.000 EUR.

Im Jahr 2013 haben wir uns ein neues, globales Ziel für unsere Wasserstoff-Anlagen (HyCO-Anlagen) gesetzt. Durch den Betrieb dieser Anlagen entsteht der Großteil der direkten Emissionen des Unternehmens. Bis zum Jahr 2015 wollen wir die Energieeffizienz unserer weltweit installierten Wasserstoff-Anlagen im Vergleich zum Basisjahr 2009 um 2 Prozent erhöhen. Vergleichsgröße ist die tatsächliche Energieeffizienz der jeweiligen Anlagen im Betrieb. Um das Ziel zu erreichen, setzen wir verschiedene Maßnahmen um. Dazu gehören die Optimierung der Auslastung von Anlagen oder die Installation energieeffizienter Kühlanlagen.

–1,4 Mio. Tonnen

CO2 durch verbesserte Energieintensität bei Luftzerlegungs-Anlagen

Ein dritter Schwerpunkt unserer Maßnahmen für den Klimaschutz ist der Transport von Produkten. Mehr als 500 Mio. Kilometer legte die Linde Transportflotte im Jahr 2013 zurück. Durch zahlreiche Maßnahmen reduzieren wir die Anzahl gefahrener Kilometer, verringern den Treibstoffverbrauch und senken Transportemissionen. Beispiele sind optimierte Fahrtrouten, die verbesserte Nutzung von Transportkapazitäten sowie Fahrertrainings zu ressourcenschonender Fahrweise. Durch den Einsatz optimierter, vergrößerter Tanks reduzieren wir in verschiedenen Regionen die Anzahl nötiger Lieferfahrten. Allein in Deutschland konnten wir dadurch im Jahr 2013 rund 500.000 EUR einsparen sowie CO2-Emissionen vermeiden. In China haben wir 2013 Linde Bordcomputer für LKW eingeführt, deren Einsatz die Transportsicherheit verbessert und den Treibstoffverbrauch reduziert. In Nordamerika erhielten wir im Jahr 2013 einen Umweltpreis für die Einführung von LNG-betriebenen Sattelschleppern und die damit verbundene Reduzierung von Klimagasen.

Regionale Ziele unterstützen unsere globale Strategie für Klimaschutz. Viele kleinere Maßnahmen für den energieeffizienten Einsatz von Licht oder Geräten tragen dazu bei.

Produkte für den Klimaschutz

Unseren Kunden bieten wir Lösungen an, die viele Bereiche der nachhaltigen Strom- und Treibstofferzeugung abdecken. Damit führen sie beispielsweise zu einer verbesserten Energieeffizienz bei unseren Kunden und fördern den Klimaschutz. Ein Beispiel ist die Umwandlung von Energie in Wasserstoff. Damit überschüssiger Strom aus Wind und Sonne nicht verloren geht, kann dieser im sogenannten Power-to-Gas-Verfahren durch Elektrolyse zu Wasserstoff umgewandelt und gespeichert werden. Linde arbeitet gemeinsam mit Energieunternehmen und Partnern aus der Automobilindustrie an der Optimierung dieses Verfahrens.

Mit FROSTCRUISE® haben wir ein Kühlsystem entwickelt, das den Transport von Waren an die Verkaufsstellen umweltfreundlicher gestaltet. Durch den Einsatz des Systems kann der gesamte CO2-Fußabdruck für Transport und Kühlung um 19 Prozent im Vergleich zum herkömmlichen Verfahren gesenkt werden.