Nachhaltigkeit in der Lieferkette

Bei der Auswahl von Lieferanten sind für uns neben wirtschaftlichen Kriterien wie Qualität, Preis und Verfügbarkeit weitere Aspekte der Nachhaltigkeit relevant. Hierzu gehören Sicherheit, Umweltschutz, Arbeits- und Menschenrechte sowie integre Geschäftspraktiken. Linde unterhält Geschäftsbeziehungen mit mehr als 100.000 Lieferanten in über 100 Ländern. Zu unseren wichtigsten Einkaufsposten gehören Energie, Gasflaschen und Ventile, Tanks und Tankausrüstungen, Fahrzeuge, IT-Produkte, Dienstleistungen sowie Ausrüstungsteile für Produktionsanlagen sowie Geräte und Verbrauchsmaterial für den Bereich Healthcare. Im Jahr 2013 haben wir weltweit ca. 11,1 Mrd. EUR (Vj. ca. 10,9 Mrd. EUR) für den Einkauf von Produkten und Dienstleistungen aufgewendet. Davon entfielen rund 9,2 Mrd. EUR auf die Gases Division und etwa 1,9 Mrd. EUR auf die Engineering Division. Mehr als 65 Prozent der Ausgaben fielen in OECD-Ländern an. In den Nicht-OECD-Ländern entfielen bei der Gases Division rund 17 Prozent der Einkaufsausgaben auf China, Südafrika und Brasilien. Den Großteil unserer Produkte und Dienstleistungen beziehen wir vor Ort in den Ländern, in denen sie benötigt werden. Dies spart Transportwege und reduziert dadurch Kosten und klimaschädliche Emissionen. Außerdem stärken wir durch die Kooperation mit lokal ansässigen Unternehmen die Wirtschaft vor Ort.

Risikoanalysen

Im Jahr 2013 haben wir eine externe Analyse zu Nachhaltigkeitsrisiken in unserer Lieferkette durchführen lassen. Im Fokus standen Länder- und Produktrisiken. Die Ergebnisse sind eine Grundlage für weitere Maßnahmen bei der Auswahl und Bewertung von Lieferanten. Für das Jahr 2014 planen wir eine globale Analyse der Lieferkette in Bezug auf sogenannte Konfliktmineralien, die im US-amerikanischen Dodd-Frank Act aufgeführt sind.

Standards für Nachhaltigkeit

Unser Verhaltenskodex verpflichtet Linde-Mitarbeiter, sich ehrlich und fair gegenüber Dienstleistern zu verhalten. Gleichzeitig erwarten wir von unseren Lieferanten, dass sie vorgegebene Standards einhalten. Im Jahr 2013 hat der Vorstand der Linde AG einen neuen globalen Verhaltenskodex für Lieferanten verabschiedet. Dieser definiert Anforderungen in den Bereichen Sicherheit, Umweltschutz, Arbeits- und Menschenrechte sowie integre Geschäftspraktiken. Der Verhaltenskodex orientiert sich insbesondere an den Prinzipien des UN Global Compact und den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Die Einhaltung der Prinzipien des Verhaltenskodex ist Voraussetzung für eine Zusammenarbeit mit Linde. Vor diesem Hintergrund ist der Verhaltenskodex weltweit auch Bestandteil von Lieferanten-Verträgen und Einkaufsbedingungen. Bei Linde Engineering beispielsweise wurden 2013 alle neuen Lieferanten auf den Verhaltenskodex verpflichtet. Insgesamt wurden im Berichtsjahr rund 46 Prozent der strategischen Lieferanten unserer Divisionen Gases und Engineering auf den neuen Verhaltenskodex verpflichtet.

Regionale und geschäftsspezifische Initiativen für Nachhaltigkeit in der Lieferkette unterstützen die Prinzipien des Verhaltenskodexfür Lieferanten. In Südafrika beispielsweise ist Linde Mitglied des Supplier Development Council, einer Unternehmensinitiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, Vielfalt in der Lieferkette zu fördern.

Lieferanten überprüfen

Wir behalten uns vor zu überprüfen, ob die Standards des Verhaltenskodex von Lieferanten eingehalten werden. Hierfür nutzen wir bei Bedarf verschiedene Instrumente wie Selbstauskünfte oder Audits. Dies betrifft insbesondere Lieferanten, die in Regionen oder Produktbereichen tätig sind, für die ein erhöhtes Risiko identifiziert wurde. Parallel zur Einführung des neuen Verhaltenskodex für Lieferanten haben wir Vorgaben für Audits bei Lieferanten des Gasegeschäfts weiterentwickelt. Sie berücksichtigen neben Qualitätsstandards auch Vorgaben für Sicherheit, Umweltschutz, Arbeitsstandards und Compliance. Im Jahr 2013 wurden die angepassten Auditkataloge erstmals in mehreren europäischen Ländern sowie in Brasilien und in den USA eingesetzt. Bei Linde Engineering wurden im Berichtsjahr 32 Audits zur Zulassung von Lieferanten durchgeführt, bei denen die Prinzipien des UN Global Compact fester Bestandteil waren.

46%

der strategischen Lieferanten unserer Divisionen Gases und Engineering auf neuen Verhaltenskodex für Lieferanten verpflichtet

Verstöße gegen Gesetze und gegen unsere Richtlinien können Mitarbeiter, aber auch Lieferanten, Kunden und andere Stakeholder über unser Hinweisgebersystem – die Linde Integrity Line – melden. Im Jahr 2013 wurden drei neue Fälle gemeldet, die Lieferantenbeziehungen betrafen. Werden Missstände festgestellt, definieren wir mit dem betroffenen Lieferanten Verbesserungsmaßnahmen. Bei schwerwiegenden Verstößen und der Weigerung, Missstände zu beheben, behalten wir uns vor, Geschäftsbeziehungen zu beenden. Untersuchungen von Hinweisen aus der Integrity Line führten im Berichtsjahr in einer geringen Zahl von Fällen zu einer Trennung von Lieferanten.

Schulungen und Vorteile für Lieferanten

Dienstleister beziehen wir in unser Umwelt- und Sicherheitsmanagement mit ein. So nehmen beispielsweise Kontraktoren, die im Auftrag von Linde Gase transportieren, an unseren Trainings für sicheres Fahren teil. Im Jahr 2013 haben wir beispielsweise rund 380 Lieferanten in Indien zu Themen wie Prozesssicherheit und Feuerschutz geschult. Ein weiterer Schwerpunkt der Zusammenarbeit mit Lieferanten ist die Reduzierung von Treibstoff und CO2-Emissionen bei Transporten.

Mitarbeiter sensibilisieren

Im Jahr 2013 hat Linde verantwortliche Mitarbeiter im Einkauf zur Umsetzung des neuen Verhaltenskodex für Lieferanten zentral geschult. Darüber hinaus haben wir ein Informationsportal zum Thema Nachhaltigkeit in der Lieferkette im Intranet des Unternehmens eingerichtet.