Produktverantwortung

Produktverantwortung

Die Sicherheit unserer Produkte kontrollieren wir entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Grundlage dafür sind global gültige Standards im Bereich Produktverantwortung. Sie berücksichtigen auch die Nutzung und den Transport von Produkten. Wir prüfen systematisch mögliche Risiken von etablierten Produkten sowie von Produkten, die in neuen Anwendungen eingesetzt werden oder neu in den Markt eingeführt werden. Die Risikobeurteilungen priorisieren wir nach Menge des verkauften Produkts sowie nach Eigenschaften von Substanzen, wie etwa Toxizität.

Im Berichtsjahr lag ein besonderer Fokus auf Initiativen zur Sicherheit von Acetylengasflaschen. In Malaysia und Bangladesch haben wir Pilotprojekte durchgeführt, bei denen Acetylenflaschen mit neuen Verschlusskappen ausgestattet wurden. Diese verhindern besser, dass Ventile während des Transports durch Kunden beschädigt werden und Gas austritt. Von 2015 an planen wir, entsprechende Acetylenflaschen weltweit mit diesen Schutzkappen auszurüsten. Parallel haben wir im vergangenen Geschäftsjahr eine Schulungsinitiative für Kunden gestartet, um sie für mögliche Risiken zu sensibilisieren, die beim Transport von Acetylen auftreten können. In die Maßnahmen haben wir eine Summe von insgesamt knapp 40.000 EUR investiert.

Für Standorte, an denen besonders sensitive Chemikalien gehandhabt werden, haben wir standardisierte Risikobeurteilungen für Produktsicherheit entwickelt. Im Jahr 2014 standen hier die Regionen Süd- und Ostasien, Naher Osten und Europa im Blickpunkt. Bisher haben wir in 23 Ländern entsprechende Prüfungen durchgeführt. Damit liegen derartige Risikobeurteilungen für Standorte vor, die rund 70 Prozent unseres weltweiten Umsatzes mit den betroffenen Produkten repräsentieren.

Abhängig vom Gefahrenpotenzial überprüfen wir auch an Standorten unserer Kunden, ob die Voraussetzungen für den sachgerechten Umgang mit Gasen gegeben sind. Darüber hinaus bieten wir weitere Dienstleistungen rund um den Umgang mit Gasen an. Dazu gehören Inspektion, Wartung und Instandsetzung der Gaseversorgung bei unseren Kunden. Um den verantwortungsvollen Umgang mit Produkten zu unterstützen, organisieren wir zudem Schulungen, an denen sowohl Mitarbeiter als auch Kunden teilnehmen. In einem unserer Trainingsprogramme wurden beispielsweise im Berichtsjahr in neun europäischen Ländern rund 5.800 Teilnehmer im sicheren Umgang mit Gasen geschult.

Linde hält mehr als 18.000 Sicherheitsdatenblätter in vielen Sprachen als transparente Information über Produkte bereit. Derzeit investieren wir in ein globales System, um die Konsistenz und Aktualität dieser Produktinformationen in allen Regionen und Sprachen zu gewährleisten. Insgesamt haben wir für diese Maßnahmen mehr als 3 Mio. EUR bereitgestellt.

Internationale Standards

Wir stellen kontinuierlich sicher, dass gesetzliche Vorgaben im Konzern eingehalten werden. Bis zur Frist für die zweite Registrierungsphase der Europäischen Chemikalienverordnung REACH am 31. Mai 2013 haben wir fünf Substanzen mit einer jährlichen Produktionsmenge von mehr als 100 Tonnen bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) registriert. Etwa 4 Prozent unseres Umsatzes gehen auf Produkte zurück, die der Registrierungspflicht nach der REACH-Verordnung unterliegen. Neben der aktiven Zusammenarbeit mit dem Europäischen Industriegaseverband (EIGA) suchen wir auch den Austausch mit Kunden und Lieferanten zur erfolgreichen Umsetzung der REACH-Vorgaben. Auf einer globalen Internetplattform informieren wir darüber, wie wir gesetzliche Verpflichtungen erfüllen und welche Substanzen registriert werden. Als rechtlich verantwortlicher Hersteller medizinischer Geräte setzen wir im Unternehmensbereich Healthcare die Anforderungen der europäischen RoHS-Richtlinie (Restriction of Hazardous Substances) weltweit um. Beim Betrieb von Produktionsanlagen für medizinische Gase orientieren wir uns im Unternehmensbereich Healthcare weltweit an Richtlinien für die Herstellung von Arzneimitteln (Good Manufacturing Practice). Vor diesem Hintergrund haben wir in den Jahren 2011 bis 2014 rund 24 Mio. EUR in Brasilien investiert, um die Qualitätssicherung bei Produktionsabläufen weiter zu verbessern.

Mit unserem Programm für Produktverantwortung unterstützen wir auch die Globale Produktstrategie (GPS) des Weltchemieverbands zum sicheren Umgang mit chemischen Stoffen sowie das Global Harmonisierte System der Vereinten Nationen zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien (GHS, Globally Harmonized System of Classification and Labelling of Chemicals).