Wasser

Wasser

Wir arbeiten kontinuierlich daran, Wasser an Standorten effizient zu nutzen und Emissionen in das Wasser so gering wie möglich zu halten. Unseren Kunden bieten wir Produkte und Technologien, die im gesamten Wasserkreislauf eingesetzt werden.

Im Jahr 2014 haben wir mehr als 20 Projekte identifiziert, die uns helfen, Wasser effizienter einzusetzen und Kosten um mehr als 300.000 EUR zu senken. An zwei Standorten in Tschechien und in den Niederlanden konnten wir beispielsweise durch den Einsatz verbesserter Ventile den Wasserfluss optimieren und den Verbrauch um etwa 2,6 Mio. Kubikmeter Wasser reduzieren. In Europa haben sich in einem langfristigen Kooperationsprojekt Linde Experten für Anlagenbau, Wasser und Wasserchemie zu einem interdisziplinären Netzwerk zusammengeschlossen. Ziel der Zusammenarbeit ist es, den Einsatz von Wasser sowie Kühlwassersysteme zu optimieren. Dafür haben wir bisher 39 Anlagen in der Region auf den nachhaltigen Umgang mit Wasser untersucht und Verbesserungen umgesetzt. Die bislang erzielten Einsparungen haben die Investitionen in das Programm bereits übertroffen. So werden zum Beispiel Schadensfälle, etwa durch Kalkablagerung, reduziert und die Effizienz von Anlagen wird erhöht. Bis 2016 erwarten wir aus dieser Initiative insgesamt Einsparungen in Höhe von mehr als 2 Mio. EUR. Darüber hinaus werden im Rahmen der Initiative Mitarbeiter zum Umgang mit Wasser geschult.

Wasserbilanz
Wasserbilanz der Linde Group (Grafik)
1 Mehr als 98% des Wasserbedarfs an Linde Standorten werden durch Oberflächenwasser, Meerwasser oder Grundwasser gedeckt, das die offiziellen Qualitätsanforderungen für Trinkwasser nicht erfüllt. Weniger als 2% des Bedarfs an Linde Standorten werden von Wasser gedeckt, das die offiziellen Qualitätsanforderungen für Trinkwasser erfüllt.
2 Mehr als 93% des genutzten Wassers bei Linde werden für Kühlzwecke verwendet. Dazu gehören das genutzte Durchlaufkühlwasser und Meerwasser. Weniger als 7% des genutzten Wassers bei Linde werden verbraucht oder nach der Verwendung der Kanalisation zugeführt.
3 Mehr als 95% des abgeleiteten Wassers bestehen aus nicht verschmutztem Kühlwasser, das ohne weitere Behandlung in die ursprüngliche Quelle zurückgeleitet werden kann. Weniger als 5% des abgeleiteten Wassers werden Klär- oder Aufbereitungsanlagen zugeführt, wie zum Beispiel Kessellauge, Ausspeisung aus Kühltürmen oder sanitäres Abwasser.

Wasserbedarf

Mehr als 90 Prozent der bei Linde benötigten Wassermenge setzen wir zur Kühlung ein. Der größte Teil dieses Wassers wird nur erwärmt und kann ohne Behandlung in Gewässer zurückgeleitet werden. Dabei achten wir auf eine ökologisch unbedenkliche Temperatur. Darüber hinaus verwenden wir Wasser für die Herstellung von Produkten, für die Dampferzeugung sowie in Bürogebäuden. Dieser Wasserverbrauch lag im Jahr 2014 bei rund 50,7 Mio. Kubikmetern (Vj. 44,5 Mio. Kubikmeter). Der Gesamtwasserbedarf inklusive des Kühlwassers betrug im Jahr 2014 rund 682 Mio. Kubikmeter (Vj. 681 Mio. Kubikmeter). Der leichte Anstieg geht auf erhöhte Produktion zurück. Um den Wasserverbrauch zu reduzieren, setzen wir Kreislaufsysteme ein, über die Wasser mehrmals genutzt werden kann. Je nach Wasserqualität und Ausrüstung der Anlagen muss dadurch nur ein geringer Teil des Wassers ersetzt werden. Darüber hinaus verwenden Standorte von Linde Wasser aus Betrieben anderer Organisationen weiter. Im Jahr 2014 meldeten unsere Standorte rund 100.000 Kubikmeter Wasser, das auf diese Weise in der Produktion wiederverwendet wurde.

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Emissionen in das Wasser1 (in Tonnen)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2014

 

2013

 

2012

 

2011

Geprüft von KPMG

Geprüft von KPMG

1

Im Jahr 2014 haben wir eine Methode zur Erhebung von Wasseremissionen (CSB, BSB, Nitrate, Phosphate) für die Linde Group entwickelt. Diese Methode basiert auf Messungen und Hochrechnungen und unterliegt folglich erheblichen Einschränkungen. Messungen an sämtlichen Standorten sind jedoch ökonomisch nicht sinnvoll. Die berichteten Kennzahlen sind deshalb als Annäherung für die gesamten Wasseremissionen der Linde Group zu verstehen.

Als Folge der erstmaligen Anwendung neuer bzw. geänderter Rechnungslegungsstandards wurden im Geschäftsjahr 2013 mehrere Standorte in die Berichterstattung aufgenommen. Finanz-, Umwelt- und Mitarbeiterkennzahlen wurden für das Jahr 2012 um diesen Effekt rückwirkend angepasst. Außerdem wurden die Kennzahlen zu Mitarbeitern, Gesundheitsschutz, Arbeitssicherheit und Umweltschutz rückwirkend für das Jahr 2012 um die Effekte aus der Akquisition des US-Homecare Unternehmens Lincare angepasst.

Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB) Geprüft von KPMG

 

1.770

 

2.157

 

201

 

165

Biochemischer Sauerstoffbedarf (BSB) Geprüft von KPMG

 

195

 

163

 

97

 

38

Stickstoffe Geprüft von KPMG

 

56

 

89

 

52

 

61

Phosphate Geprüft von KPMG

 

2

 

3

 

4

 

3

Abwasser

Die Abwassermenge an unseren Standorten betrug im Jahr 2014 weltweit rund 13,2 Mio. Kubikmeter (Vj. 13,8 Mio. Kubikmeter). Emissionen von Phosphaten, Stickstoffen und organischen Verbindungen in das Wasser messen wir in Übereinstimmung mit behördlichen Vorgaben. Im Jahr 2014 haben wir mehrere Projekte umgesetzt, durch die die Menge von Chemikalien für die Wasserbehandlung reduziert wurde. Bei einem Projekt in Rumänien beispielsweise konnten wir im vergangenen Jahr den Einsatz von Chemikalien verringern und rund 150.000 EUR Kosten sparen.

Darüber hinaus haben wir im Berichtsjahr eine Analyse der Erhebung von Abwasser-Kennzahlen durchgeführt. Ziel ist es, genauere Erkenntnisse über die globale Umweltauswirkung unserer Standorte zu erhalten.

Wasserprodukte

Gase von Linde helfen bei der Identifizierung und Beseitigung von Schadstoffen im Trinkwasser, in Gewässern und in Schwimmbädern. Sie ermöglichen die Wiederverwendung von Rohstoffen und helfen somit, natürliche Ressourcen zu schonen. Unsere Umwelttechnik-Lösungen unterstützen alle industriellen Abwasserbehandlungsprozesse und ermöglichen es Unternehmen, strengere Umweltbestimmungen zu erfüllen.

Durch das bisher bei Kunden in Deutschland installierte Solvocarb®-Verfahren beispielsweise konnten im Jahr 2014 rund 250 Mio. Kubikmeter Wasser in Trinkwasserqualität aufbereitet werden. Ein Schwerpunkt unserer Produktentwicklung für Wassermanagement lag im Berichtsjahr auf der Beseitigung von Arzneimittelrückständen in Abwasser und Kläranlagen bei Kunden.