Energie & Klimaschutz

Energie und Klimaschutz

Linde kennt und versteht die Umweltauswirkungen seiner Prozesse und arbeitet kontinuierlich an Lösungen, um diese zu kontrollieren und zu verringern. Neben der Senkung von Emissionen konzentrieren wir uns auf die stetige Verbesserung unserer Abläufe, um den effizienten Einsatz von Ressourcen, Materialien und Energien zu gewährleisten. Unseren Kunden bieten wir Gase und Technologien an, die den Verbrauch natürlicher Ressourcen verringern und den Einsatz erneuerbarer Energien fördern.

Den Energieverbrauch und die Emission von Treibhausgasen kontrollieren und berichten wir weltweit. Dabei orientieren wir uns auch an Vorgaben des internationalen Greenhouse Gas Protocol-Standards. Um die CO2-Bilanz der wesentlichen produzierten Luftgase für unsere Kunden transparent zu machen, nutzen wir eine einheitliche Berechnung, die extern zertifiziert ist. Im Berichtsjahr wurden wir zum vierten Mal in Folge in den regionalen Carbon Disclosure Leadership DACH-Index von CDP aufgenommen. Die unabhängige Organisation zeichnet damit Unternehmen für ihre Klimaschutzberichterstattung aus.

Ziel

-5 %

Energieintensität bei installierten Luftzerlegungsanlagen bis 2017
(Basisjahr 2008)

Maßnahmen

  • Verbesserte Effizienz bei neuen Luftzerlegungsanlagen, z. B. durch effizientere Kompressoren und Turbinen

Stand

-6 %

Ende 2015

Ziel

-6 Mio.

Tonnen CO2 im Betrieb von HyCO- und Luftzerlegungsanlagen bis 2020
(Basisjahr 2009)

Maßnahmen

  • Technische Verbesserungen im Anlagendesign
  • Effizientere Produktionsabläufe in HyCO- und Luftzerlegungsanlagen

Stand

Neues Ziel

Globale Ziele

Rund 60 Prozent aller CO2-Emissionen unseres Unternehmens entstehen durch die Erzeugung von Strom bei Energieanbietern und werden von uns als indirekte Emissionen berichtet. Den Großteil des Stroms benötigen wir für den Betrieb unserer mehr als 400 Luftzerlegungsanlagen. Unser globales Ziel, die durchschnittliche Energieintensität unserer eigenen Luftzerlegungsanlagen bis 2017 um 5 Prozent zu verbessern, haben wir vorzeitig erreicht. Zum Ende des Jahres 2015 konnten wir die Energieintensität um mehr als 6 Prozent im Vergleich zum Basisjahr 2008 senken. Vergleichsgröße ist die durchschnittliche Effizienz aller Anlagen bei einer Auslastung, die dem Anlagendesign entspricht. Möglich wurde dies insbesondere durch kontinuierliche Verbesserungen der Effizienz bei neu in Betrieb genommenen Luftzerlegungsanlagen, beispielsweise durch den Einsatz effizienterer Kompressoren und Turbinen.

Klimaschutzziel: Vermeidung von 6 Mio. Tonnen CO2 bis 2020

in Mio. t, kumuliert

Klimaschutzziel: Vermeidung von 6 Mio. Tonnen CO2 bis 2020 (Balkendiagramm)

Direkte Emissionen unseres Unternehmens entstehen zum größten Teil beim Betrieb von Wasserstoff- und Synthesegasanlagen (HyCO-Anlagen). Das Ziel, bis zum Jahr 2015 die Energieeffizienz unserer weltweit installierten HyCO-Anlagen um 2 Prozent zu verbessern, haben wir erreicht. Bis zum Ende des Jahres 2015 verbesserten wir die Energieeffizienz um 2,7 Prozent gegenüber dem Referenzjahr 2009.

Daher haben wir uns ein neues Klimaziel gesetzt: Bis zum Jahr 2020 wollen wir verglichen mit dem Jahr 2009 insgesamt Emissionen von sechs Millionen Tonnen CO2 vermeiden. Dazu setzen wir auf technische Verbesserungen im Anlagendesign sowie effizientere Produktionsabläufe in unseren HyCO- und Luftzerlegungsanlagen.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Maßnahmen für den Klimaschutz liegt beim Transport der Produkte. Im Jahr 2015 legten unsere eigene Transportflotte sowie Transportdienstleister im Einsatz für Linde mehr als eine Milliarde Kilometer zurück. Durch optimierte Fahrtrouten, eine bessere Nutzung von Transportkapazitäten sowie Schulungen zu defensivem Fahren konnten wir die Anzahl gefahrener Kilometer sowie den Treibstoffverbrauch verringern und die Transportemissionen senken.

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Treibhausgasemissionen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2015

 

2014

 

2013

 

2012

Geprüft von KPMG

Geprüft von KPMG

1

Ab dem Jahr 2015 werden auch die Treibhausgasemissionen von Transportkontraktoren diesem Indikator zugeordnet. Die Kennzahl für das Jahr 2014 wurde rückwirkend neu berechnet.

2

Abgedeckt sind die im Kyoto-Protokoll genannten Treibhausgase Methan (CH4), Distickstoffoxid (Lachgas, N2O), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFC), teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (HFC), Schwefelfluorid (SF6) und Stickstofftrifluorid (NF3). Im Jahr 2014 wurde die Erhebungsmethode der Kennzahl für diese Treibhausgase weiterentwickelt, um zusätzliche Emittenten und Emissionsquellen zu erfassen. Die für das Jahr 2013 berichtete Zahl wurde mit dieser Methode neu ermittelt.

3

Seit dem Jahr 2014 berücksichtigen wir bei der Berechnung der Emissionen aus Geschäftsreisen zusätzlich den sogenannten Radiative Forcing Index (RFI). Damit tragen wir dem erhöhten Beitrag des Luftverkehrs zum Treibhauseffekt Rechnung. Die Emissionen für das Jahr 2013 wurden rückwirkend neu berechnet.

Als Folge der Anwendung neuer bzw. geänderter Rechnungslegungsstandards wurden im Geschäftsjahr 2013 mehrere Standorte in die Berichterstattung aufgenommen. Finanz-, Umwelt- und Mitarbeiterkennzahlen wurden für das Jahr 2012 um diesen Effekt rückwirkend angepasst. Außerdem wurden die Kennzahlen zu Mitarbeitern, Gesundheitsschutz, Arbeitssicherheit und Umweltschutz rückwirkend für das Jahr 2012 um die Effekte aus der Akquisition des US-Homecare-Unternehmens Lincare angepasst.

Direkte Treibhausgasemissionen (Scope 1)

 

 

 

 

 

 

 

 

CO2-Emissionen (in Mio. t)Geprüft von KPMG

 

7,1

 

7,3

 

7,2

 

7,6

davon durch HyCO-Anlagen (in Mio. t)Geprüft von KPMG

 

4,0

 

4,0

 

4,2

 

4,3

Linde-Transportflotte1 (in Mio. t CO2e)Geprüft von KPMG

 

0,92

 

0,88

 

0,49

 

0,50

Weitere Treibhausgase2 (in Mio. t CO2e)Geprüft von KPMG

 

1,7

 

1,5

 

1,5

 

0,4

Gesamt (in Mio. t CO2e)Geprüft von KPMG

 

9,7

 

9,7

 

9,2

 

8,5

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Indirekte Treibhausgasemissionen (Scope 2)

 

 

 

 

 

 

 

 

CO2-Emissionen (in Mio. t)Geprüft von KPMG

 

15,4

 

15,0

 

13,0

 

12,8

davon durch Luftzerlegungsanlagen (in Mio. t)Geprüft von KPMG

 

13,7

 

13,5

 

11,8

 

11,6

Treibhausgasemissionen Scope 1 und 2 (in Mio. t CO2e)Geprüft von KPMG

 

25,1

 

24,7

 

22,2

 

21,3

Emissionen je 1 Mio. EUR Umsatz (in t CO2e)

 

1.399

 

1.449

 

1.333

 

1.345

Emissionen je Mitarbeiter (in t CO2e)

 

389

 

377

 

350

 

339

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sonstige indirekte Treibhausgasemissionen (Scope 3)

 

 

 

 

 

 

 

 

Geschäftsreisen3 (in Tsd. t CO2e)Geprüft von KPMG

 

68,8

 

72,9

 

81,0

 

34,1

Energieverbrauch

Als energieintensives Unternehmen sind wir auf eine zuverlässige, wettbewerbsfähige Energieversorgung angewiesen und prüfen kontinuierlich die Energieeffizienz unserer Produktionsprozesse. Im Vergleich zum Vorjahr haben wir im Berichtsjahr rund 1 Prozent mehr Energie verbraucht. Mit sieben Produktionsstandorten für Wasserstoff nahmen wir im Jahr 2015 am Emissionshandel der Europäischen Union teil. Die CO2-Emissionen der betroffenen Anlagen betrugen in diesem Zeitraum rund 1,1 Millionen Tonnen. Linde wurden Emissionsberechtigungen für rund 0,9 Millionen Tonnen CO2 zugeteilt, weitere Zertifikate erwarben wir.

Weltweit haben wir im Berichtsjahr rund 200 Projekte identifiziert, die dazu beitragen, den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen zu senken. Durch die Umsetzung sparten wir Kosten in Höhe von mehr als 23 Millionen EUR und vermieden Emissionen von rund 160.000 Tonnen CO2. Beispielsweise steigerten wir die Energieeffizienz von Kompressoren an 14 Produktionsstandorten, indem wir ältere Installationen durch neue, energieeffizientere Modelle ersetzt haben. Allein durch diese Maßnahmen konnten wir im Geschäftsjahr Kosten in Höhe von mehr als 1,6 Millionen EUR einsparen.

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Energieverbrauch (in Mio. MWh)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2015

 

2014

 

2013

 

2012

Geprüft von KPMG

Geprüft von KPMG

1

Zu den sonstigen Energieträgern zählen unter anderem Heizöl, Biokraftstoffe, Propan, Butan, thermische Energie und Dieselkraftstoff. Ab dem Jahr 2015 wird auch der Dieselverbrauch von Transportkontraktoren diesem Indikator zugeordnet. Die Kennzahl für das Jahr 2014 wurde rückwirkend neu berechnet.

Als Folge der Anwendung neuer bzw. geänderter Rechnungslegungsstandards wurden im Geschäftsjahr 2013 mehrere Standorte in die Berichterstattung aufgenommen. Finanz-, Umwelt- und Mitarbeiterkennzahlen wurden für das Jahr 2012 um diesen Effekt rückwirkend angepasst. Außerdem wurden die Kennzahlen zu Mitarbeitern, Gesundheitsschutz, Arbeitssicherheit und Umweltschutz rückwirkend für das Jahr 2012 um die Effekte aus der Akquisition des US-Homecare-Unternehmens Lincare angepasst.

Verbrauch von StromGeprüft von KPMG

 

26,8

 

26,2

 

23,4

 

23,5

davon durch LuftzerlegungsanlagenGeprüft von KPMG

 

23,9

 

23,5

 

20,7

 

20,8

Verbrauch von ErdgasGeprüft von KPMG

 

39,5

 

39,5

 

36,4

 

35,9

davon durch HyCO-AnlagenGeprüft von KPMG

 

25,4

 

24,9

 

23,0

 

22,8

Verbrauch sonstige Energieträger1 Geprüft von KPMG

 

12,6

 

12,2

 

14,8

 

13,4

In Europa haben wir im Berichtsjahr an der Umsetzung der Vorgaben der Energieeffizienzrichtlinie (Energy Efficiency Directive, EED) der Europäischen Union gearbeitet. Sie sieht für Unternehmen unter anderem regelmäßige Energieaudits für Produktions-, Vertriebs- und Bürostandorte vor oder alternativ eine Energiezertifizierung nach ISO 50001. Der globale Standard bescheinigt ein systematisches Energiemanagement, bei dem Effizienzpotenziale erfasst werden. In Deutschland sind seit 2012 rund 85 Prozent der Produktionsanlagen von Linde Gas nach ISO 50001 zertifiziert. Wir prüfen auch den Einsatz erneuerbarer Energien. Dieser entspricht derzeit im Wesentlichen dem jeweiligen regionalen Länderenergiemix.

Für unser Energiemanagement und unseren Einsatz für die Reduzierung von Treibhausgasen wurden wir im US-Bundesstaat Kalifornien im Berichtsjahr mit dem COOL Planet Award von der Southern California Edison und der gemeinnützigen Organisation The Climate Registry ausgezeichnet.

Produkte für Energieeffizienz und Klimaschutz

Linde bietet seinen Kunden zahlreiche Lösungen für eine umweltfreundlichere Produktion oder Energieerzeugung an. So unterstützen unsere Gase und Technologien unsere Kunden dabei, Emissionen in großem Umfang zu reduzieren. In Oxyfuelanlagen, die etwa in der Glas- und Stahlindustrie eingesetzt werden, wird die Verbrennungsluft mit Sauerstoff angereichert. Das macht die Verbrennung deutlich effizienter als bei der Verwendung normaler Umgebungsluft. In der Mineralölindustrie wird mit Hilfe von Wasserstoff von Linde Kraftstoff entschwefelt. In der Kombination mit einem Filter wird bei der Verbrennung des Kraftstoffs der Ausstoß von Rußpartikeln, die ebenso wie CO2 zum Treibhauseffekt beitragen, stark reduziert. Im Geschäftsjahr ließen sich alleine durch den Einsatz dieser beiden Technologien bei unseren Kunden umgerechnet rund 30 Millionen Tonnen CO2 vermeiden.

Auch im Bereich Mobilität werden unsere Produkte eingesetzt, um Umweltbelastungen zu verringern. Der Einsatz von Flüssigerdgas (LNG) oder Wasserstoff senkt oder beseitigt die Emissionen von PKW, Bussen, LKW oder Schiffen. Wir investieren dabei sowohl in die Entwicklung einer fortschrittlichen, effizienten Betankungstechnologie als auch – gemeinsam mit Partnern – in den Aufbau einer Versorgungsinfrastruktur. In Großbritannien haben wir 2015 LKW mit Flüssigstickstoff zum Transport von gekühlten Gütern vorgestellt. Diese stoßen nicht nur 64 Prozent weniger CO2 als herkömmliche LKW mit diesel-betriebener Kühlung aus, sie sind auch deutlich leiser. Damit können sie selbst in Ballungszentren mit Lärmrestriktionen rund um die Uhr eingesetzt werden.

Darüber hinaus forschen wir an Projekten, bei denen CO2 weiterverwertet bzw. gespeichert wird. In Deutschland eröffneten wir im Berichtsjahr am Standort Pullach eine eigene Forschungsanlage, den sogenannten Pilotreformer, mit der neue Verfahren zur Erzeugung von Synthesegas unter Einsatz von CO2 getestet werden. In Schweden erhielt Linde im Berichtsjahr einen Umweltpreis für ein Verfahren zur Umwandlung des Abfallproduktes CO2 in Kohlensäure, die in der Getränkeindustrie, zum Gefrieren oder zur Brandbekämpfung eingesetzt werden kann.

Materialität Energie und Klimaschutz

Kernindikatoren

  • CO2-Emissionen
  • Energieverbrauch
  • Energieeffizienz

Ziele

  • -5 % Energieintensität bei installierten Luftzerlegungsanlagen bis 2017 (Basisjahr 2008)
  • 6 Mio. Tonnen CO2-Emissionen im Betrieb von HyCO- und Luftzerlegungsanlagen bis 2020 vermeiden (Basisjahr 2009) 

Wert

Finanzen

  • Kostenersparnis von 23 Mio. EUR durch Energieeffizienzprojekte im Jahr 2015
  • Beitrag zur angestrebten Senkung der Bruttokosten um insgesamt 750 Mio. bis 900 Mio. EUR in dem Vierjahreszeitraum 2013 bis 2016 
  • Beitrag zum angestrebten Konzernergebnis 2017 durch Produkte im Bereich Energie und Umwelt, Erschließung neuer Märkte und Kunden 

Umwelt

  • 2,5 Mio. Tonnen weniger CO2-Emissionen seit 2008 durch verbesserte Energieintensität bei Luftzerlegungsanlagen

Unternehmensführung

  • Einhaltung von Gesetzen und behördlichen Vorgaben