Wasser

Wasser

Wir arbeiten kontinuierlich daran, Wasser an Standorten effizient einzusetzen und Emissionen in das Wasser zu verringern. Unseren Kunden bieten wir Produkte und Technologien, die im gesamten Wasserkreislauf eingesetzt werden.

Mehr als 85 Prozent der benötigten Wassermenge verwenden wir zur Kühlung. Der größte Teil dieses Wassers wird lediglich erwärmt und kann ohne Behandlung in Gewässer zurückgeleitet werden. Dabei achten wir auf eine ökologisch unbedenkliche Temperatur. Den Rest des Wassers nutzen wir zur Herstellung von Produkten, zur Erzeugung von Dampf sowie in Bürogebäuden.

Wasserbilanz
Wasserbilanz der Linde Group (Grafik)
1 Mehr als 98 % des Wasserbedarfs an Linde Standorten werden durch Oberflächenwasser, Meerwasser oder Grundwasser gedeckt, das die offiziellen Qualitätsanforderungen für Trinkwasser nicht erfüllt. Weniger als 2 % des Bedarfs an Linde Standorten werden von Wasser gedeckt, das die offiziellen Qualitätsanforderungen für Trinkwasser erfüllt.
2 Mehr als 92 % des genutzten Wassers bei Linde werden für Kühlzwecke verwendet. Dazu gehören das genutzte Durchlaufkühlwasser und Meerwasser. Weniger als 8 % des genutzten Wassers bei Linde werden verbraucht oder nach der Verwendung der Kanalisation zugeführt.
3 Mehr als 95 % des abgeleiteten Wassers bestehen aus nicht verschmutztem Kühlwasser, das ohne weitere Behandlung in die ursprüngliche Quelle zurückgeleitet werden kann. Weniger als 5 % des abgeleiteten Wassers werden Klär- oder Aufbereitungsanlagen zugeführt, wie zum Beispiel Kessellauge, Ausspeisung aus Kühltürmen oder sanitäres Abwasser.

Im Berichtsjahr haben wir insgesamt rund 681 Millionen Kubikmeter Wasser benötigt (Vj. 682 Millionen Kubikmeter). Davon betrug der Wasserverbrauch ohne Durchlaufkühlwasser rund 52,8 Millionen Kubikmeter (Vj. 50,7 Millionen Kubikmeter). Wir nutzen Kreislaufsysteme, um den Verbrauch durch mehrfache Nutzung von Wasser zu reduzieren. Die Menge von Abwasser an unseren Standorten betrug im Jahr 2015 weltweit rund 14,0 Millionen Kubikmeter (Vj. 13,2 Millionen Kubikmeter). In Übereinstimmung mit den behördlichen Vorgaben vor Ort messen wir die Emission von Phosphaten, Stickstoffen und organischen Verbindungen in das Wasser.

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Emissionen in das Wasser1 (in Tonnen)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2015

 

2014

 

2013

 

2012

Geprüft von KPMG

Geprüft von KPMG

1

Im Jahr 2015 haben wir die Methode zur Erhebung von Wasseremissionen (CSB, BSB, Nitrate, Phosphate) weiterentwickelt. Diese Methode basiert auf Messungen und Hochrechnungen und unterliegt folglich Einschränkungen. Messungen an sämtlichen Standorten sind jedoch ökonomisch nicht sinnvoll. Die berichteten Kennzahlen sind deshalb als Annäherung für die gesamten Wasseremissionen der Linde Group zu verstehen. Die Kennzahlen für das Jahr 2014 wurden rückwirkend neu berechnet.

Als Folge der Anwendung neuer bzw. geänderter Rechnungslegungsstandards wurden im Geschäftsjahr 2013 mehrere Standorte in die Berichterstattung aufgenommen. Finanz-, Umwelt- und Mitarbeiterkennzahlen wurden für das Jahr 2012 um diesen Effekt rückwirkend angepasst. Außerdem wurden die Kennzahlen zu Mitarbeitern, Gesundheitsschutz, Arbeitssicherheit und Umweltschutz rückwirkend für das Jahr 2012 um die Effekte aus der Akquisition des US-Homecare-Unternehmens Lincare angepasst.

Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB)Geprüft von KPMG

 

1.430

 

1.585

 

2.157

 

201

Biochemischer Sauerstoffbedarf (BSB)Geprüft von KPMG

 

498

 

544

 

163

 

97

NitrateGeprüft von KPMG

 

336

 

295

 

89

 

52

PhosphateGeprüft von KPMG

 

47

 

39

 

3

 

4

Initiativen für den effizienten Einsatz von Wasser

Im Berichtsjahr haben wir die Wasserversorgung an unseren zentralen Produktionsstandorten weltweit untersucht. Knapp ein Fünftel befindet sich in Regionen mit Wasserknappheit entsprechend der Definition des World Business Council for Sustainable Development (WBCSD). In Europa haben sich Experten unseres Unternehmens für Anlagenbau, Wasser und Wasserchemie im Jahr 2014 zu einem interdisziplinären Netzwerk zusammengeschlossen, um den Einsatz von Wasser sowie Kühlwassersysteme zu optimieren. Seit Projektstart haben wir 39 Anlagen an 19 Standorten in der Region untersucht und Verbesserungen umgesetzt. So sank durch optimierte Kühlkreisläufe in zwei Luftzerlegungsanlagen die Menge an aufzubereitendem Wasser und Abwasser um jährlich 13.000 Kubikmeter, das entspricht Kosteneinsparungen von rund 15.000 EUR. Insgesamt erwarten wir aus dieser Initiative vom Jahr 2014 bis zum Jahr 2016 Einsparungen von mehr als zwei Millionen EUR. Die bisher erzielten Einsparungen haben die Investitionen in das Programm bereits übertroffen. Im Berichtsjahr haben wir zudem in Europa 50 Mitarbeiter zu Themen wie dem Einsparen von Wasser und Wasserbehandlung sowie zum Umgang mit Schadensfällen geschult. In den kommenden Jahren wollen wir dieses Programm ausweiten.

Unsere Expertise im Wassermanagement bieten wir auch unseren Kunden an. Im Jahr 2015 haben wir eine Initiative gestartet, bei der der gesamte Wasserkreislauf neuer Anlagen bei Kunden analysiert wird. Im Fokus steht, Frischwasser in Regionen mit Wasserknappheit ressourcenschonend einzusetzen und das entstehende Abwasser wiederzuverwerten. Gemeinsam mit Hochschulen und anderen Partnern erforschen wir neue Methoden zur Wasseraufbereitung, die den Einsatz von Chemikalien in der Abwasserbehandlung reduzieren sollen.

Produkte für Wasserschutz

Unsere Gase und Technologien werden zur Beseitigung von Schadstoffen in Trinkwasser und Gewässern eingesetzt und helfen, Abwasser aufzubereiten. Damit unterstützen wir auch Industriekunden dabei, strengere Umweltbestimmungen zu erfüllen. Durch das bei unseren Kunden installierte Solvocarb®-Verfahren beispielsweise konnten im Jahr 2015 allein in sechs Ländern rund 750 Millionen Kubikmeter Wasser in Trinkwasserqualität aufbereitet werden. Mit Hilfe unseres Solvox®-Verfahrens konnte im Berichtsjahr nach einem Großbrand in einem Kunstdüngerlager in Süddeutschland die Konzentration von Ammoniumnitrat in einem Fluss so weit reduziert werden, dass ein befürchtetes Fischsterben ausblieb. Auch zur Entsalzung von Flüssen wird das Verfahren erfolgreich eingesetzt.