Compliance

Verantwortungsvolle Unternehmensführung

Wesentliche Voraussetzungen für unseren langfristigen Geschäftserfolg sind eine verantwortungsvolle Leitung und Kontrolle unseres Unternehmens. Wir orientieren uns an dem von der Regierungskommission vorgelegten Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner jeweils aktuellen Fassung. Die Anforderungen des Kodex erfüllen wir umfangreich, Abweichungen begründen wir im jährlichen Geschäftsbericht. Zur verantwortungsvollen Unternehmensführung gehört, dass alle unsere Mitarbeiter die Gesetze, Vorschriften und freiwillig eingegangenen Verpflichtungen einhalten. Die zentralen Leitlinien hierfür haben wir in unserem Verhaltenskodex festgelegt, der unsere Grundsätze für alle Linde-Mitarbeiter im Umgang mit Geschäftspartnern, Amtsträgern, Kollegen und der Gesellschaft beschreibt. Der Kodex umfasst neben Themen wie Korruption, Kartellrecht und dem Umgang mit Geschäftsgeheimnissen auch Themen wie Menschenrechte, Sicherheits-, Arbeits- und Sozialstandards. Eine konzernweite Compliance-Organisation hilft uns dabei, diese Verpflichtungen im Geschäftsalltag zu erfüllen.

Compliance-Organisation

Die Compliance-Organisation von Linde wird durch den Chief Compliance Officer geleitet. Unterstützt wird er von unserem Head of Compliance und Compliance-Beratern in den Divisionen, Regionen und Geschäftsbereichen. Zu ihren Aufgaben gehören die Beratung von Mitarbeitern, Schulungen und die Bearbeitung von Compliance-Fällen. Der Vorstand und der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats werden regelmäßig über die Tätigkeiten der Compliance-Organisation sowie über die erzielten Fortschritte informiert.

Vorbeugen

Unser Ziel ist es, Verstöße gegen Gesetze und Selbstverpflichtungen zu verhindern. Daher setzen wir bei unserem weltweiten Compliance-Programm insbesondere auf Information, Schulungen und persönliche Beratung.

Informieren

Um sicherzustellen, dass unsere Mitarbeiter stets auf dem aktuellen Stand sind, nutzen wir verschiedene Informationswege. Auf einem Portal im Intranet stehen weltweit Informationen zum Thema Compliance sowie dazugehörige Richtlinien in bis zu 29 Sprachen zur Verfügung. Über aktuelle Compliance-Themen informieren wir unsere Beschäftigten regelmäßig über unser Intranet, per E-Mail sowie mit Artikeln in Mitarbeitermagazinen. Bei Kommunikationsmaßnahmen zum Thema Compliance binden wir die Geschäftsführung mit ein.

Als Unterzeichner des „Call to Action: Anti-Corruption and the Global Development Agenda“ der Vereinten Nationen engagieren wir uns gemeinsam mit anderen Unternehmen für die Weiterentwicklung effizienter Maßnahmen gegen Korruption.

Schulungen

Unseren Mitarbeitern bieten wir Schulungen zu Compliance-Themen an. Neue Mitarbeiter lernen unsere Compliance-Richtlinien bereits während ihres Einarbeitungsprozesses kennen. Außerdem werden in regelmäßigen Abständen Wiederholungstrainings durchgeführt. Zu speziellen Themen schulen wir ausgewählte Mitarbeiter in den betroffenen Bereichen des Unternehmens. Im Jahr 2015 haben beispielsweise rund 10.000 Mitarbeiter an E-Learning-Schulungen zum Kartellrecht teilgenommen. Im Berichtsjahr haben wir zudem ein neues E-Learning-Programm für alle Führungskräfte und Mitarbeiter eingeführt, die Aufträge für Beratung und andere Dienstleistungen im Namen von Linde vergeben. Mehr als 22.000 Mitarbeiter weltweit wurden von 2009 bis 2015 in Präsenzschulungen unterrichtet. Insgesamt wurden im gleichen Zeitraum mehr als 138.000 Compliance-Schulungen durchgeführt.

Beratung

Über unsere Compliance-Hotlines unterstützen unsere Compliance-Berater Mitarbeiter aller Funktionen und Hierarchieebenen. Im Jahr 2015 erhielten unsere Compliance-Berater mehr als 6.700 Anfragen für Beratung in juristischen Themen. Der Großteil der Anfragen bezog sich auf Korruptionsprävention (27 Prozent) und Kartellrecht (25 Prozent). Daneben erreichten uns Fragen zur Exportkontrolle (24 Prozent) sowie zum Datenschutz (14 Prozent).

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Compliance

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2015

 

2014

 

2013

 

2012

Kontakte Integrity Line

 

301

 

734

 

393

 

309

Untersuchungen nach Hinweisen über die Integrity Line

 

141

 

127

 

88

 

77

davon zu Personalthemen (in %)

 

26,2

 

26,8

 

36,4

 

42,9

davon zu Hinweisen auf Vermögensdelikte (in %)

 

26,2

 

32,3

 

33,0

 

24,7

davon zu Hinweisen auf Diskriminierung (in %)

 

2,8

 

1,6

 

2,3

 

2,6

davon zu Hinweisen auf Interessenkonflikte (in %)

 

13,5

 

9,4

 

12,5

 

15,6

Umgang mit Fehlverhalten

Wir bestärken unsere Mitarbeiter, bei Bedenken und Zweifeln frühzeitig um Rat zu fragen und Verstöße gegen unseren Verhaltenskodex, andere Konzernrichtlinien oder gesetzliche Vorschriften zu melden. Dazu können sie sich an ihren direkten Vorgesetzten oder Abteilungsleiter sowie an Vertreter aus den Abteilungen Interne Revision, Personal und Recht wenden. Zudem haben wir ein globales Hinweisgebersystem, die Linde Integrity Line, an die Mitarbeiter und externe Stakeholder wie Kunden und Lieferanten Verdachtsfälle melden können. Jedes Anliegen wird in kurzer Zeit geprüft und beantwortet. Gemäß unserer internen Richtlinie stellen wir dabei sicher, dass Vertraulichkeit und Datenschutz gewahrt bleiben.

Im Jahr 2015 wurde die Integrity Line insgesamt 301 Mal kontaktiert. Die häufigsten Anliegen bezogen sich auf Personalthemen (26 Prozent) und Hinweise auf Vermögensdelikte (26 Prozent). Darüber hinaus gab es Hinweise auf Interessenkonflikte (14 Prozent) und Diskriminierung (3 Prozent). 141 Fälle (Vj. 127), bei denen ein Verdacht auf Fehlverhalten bestand, haben die Interne Revision, die Personalabteilung, die Rechtsabteilung sowie die Abteilung für Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz untersucht.

Als Bestandteil unseres weltweiten Compliance-Programms haben wir Prozesse eingerichtet, um Fehlverhalten schnell zu entdecken und zu verfolgen. Verstoßen Mitarbeiter von Linde gegen Gesetze, Vorschriften oder freiwillige Verpflichtungen des Unternehmens, müssen sie mit Sanktionen rechnen, die bis zur Entlassung reichen. Zudem können Verstöße strafrechtliche Verfolgung oder zivilrechtliche Ansprüche nach sich ziehen. Bei allen Untersuchungen von Vorfällen, die über die Integrity Line gemeldet werden und sich als begründet erweisen, ergreifen wir Konsequenzen. Im Jahr 2015 gehörten dazu Schulungen, Abmahnungen und Kündigungen. Erkenntnisse aus bearbeiteten Fällen nutzen wir, um unser Compliance-Programm weiterzuentwickeln.