Lieferanten

Nachhaltigkeit in der Lieferkette

Wir unterhalten Geschäftsbeziehungen mit Lieferanten in über 100 Ländern. Neben wirtschaftlichen Kriterien wie Qualität, Preis und Verfügbarkeit berücksichtigen wir bei der Auswahl von Lieferanten auch Aspekte wie Sicherheit und Umweltschutz. Zu unseren wichtigsten Einkaufsposten gehören Energie, Gasflaschen und Ventile, Tanks und Tankausrüstungen, Fahrzeuge, IT-Produkte, Dienstleistungen, Ausrüstungsteile für Produktionsanlagen sowie Geräte und Verbrauchsmaterial für den Bereich Healthcare. Im Jahr 2015 haben wir weltweit rund 10,5 Mrd. EUR (Vj. 11,6 Mrd. EUR) für den Einkauf von Produkten und Dienstleistungen aufgewendet. Davon entfielen etwa 9,0 Mrd. EUR auf die Gases Division und rund 1,5 Mrd. EUR auf die Engineering Division. 78 Prozent der Ausgaben fielen in OECD-Ländern an. Rund 80 Prozent der Produkte und Dienstleistungen beziehen wir vor Ort in den Ländern, in denen sie benötigt werden. Dies spart Transportwege und reduziert Kosten und Emissionen. Außerdem stärken wir durch die Kooperation mit lokalen Unternehmen die Wirtschaft vor Ort.

Globale Standards

Im Jahr 2013 haben wir einen globalen Verhaltenskodex für Lieferanten eingeführt. Dieser definiert Mindestanforderungen für Sicherheit, Umweltschutz, Arbeits- und Menschenrechte sowie integre Geschäftspraktiken. Neben allen neuen Lieferanten binden wir kontinuierlich auch Lieferanten ein, mit denen bereits vor dem Jahr 2013 ein Vertragsverhältnis bestand. Insgesamt hatten sich so bis Ende des Jahres 2015 mehr als drei Viertel aller strategischen Lieferanten auf den Verhaltenskodex verpflichtet. Im Berichtsjahr haben wir konzernweit rund 20 Prozent der Mitarbeiter im Einkauf zur Umsetzung des Lieferantenkodexes geschult. Weitere Trainings sind für das Jahr 2016 geplant.

Lieferanten bewerten

Wir prüfen stichprobenartig, ob Lieferanten unsere im Verhaltenskodex definierten Vorgaben einhalten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Lieferanten aus Bereichen mit erhöhtem Risiko, etwa bei Umweltschutz, Sicherheit oder sozialen Themen.

Insgesamt haben wir im Jahr 2015 knapp 1.000 Lieferanten zu Umwelt-, Sicherheits- und anderen Nachhaltigkeitsaspekten überprüft. Verstößen gegen die Anforderungen des Unternehmens gehen wir nach. So stellten wir im Berichtsjahr bei Audits auf Baustellen rund 200 Abweichungen fest, beispielsweise in Bezug auf Arbeitsgenehmigungsverfahren und Baustellenverkehr. Gemeinsam mit den betroffenen Kontraktoren haben wir Maßnahmen zur Verbesserung definiert und deren Umsetzung verfolgt. Über unsere Integrity Line wurden uns im Berichtsjahr sechs Fälle gemeldet, die ausschließlich Lieferantenbeziehungen betrafen. In einem Fall haben wir die Geschäftsbeziehung beendet.

Wir beziehen ausgewählte Lieferanten auch in unsere Schulungen zum Sicherheits- und Umweltmanagement ein. So haben sich zum Beispiel über 1.000 Mitarbeiter von Kontraktoren an unserer weltweiten Initiative beteiligt, die das Sicherheitsbewusstsein der Beschäftigten für Gefahren auf Baustellen der Engineering Division stärken soll. An unseren Fahrtrainings und Schulungen nehmen regelmäßig auch Fahrer von Dienstleistern teil. Durch Maßnahmen wie diese wollen wir sicherstellen, dass die Lieferanten unseren Anforderungen entsprechen, und sie dabei unterstützen, ihre Leistungen zu verbessern.

Gemeinsam mit 25 ausgewählten Lieferanten haben wir im Berichtsjahr Betriebskontinuitätspläne entwickelt. Diese sollen sicherstellen, dass die Geschäftstätigkeit nach unerwarteten Vorfällen wie Naturkatastrophen bestmöglich fortgeführt werden kann. Ziel war es, potenzielle Risiken zu identifizieren und Schwachstellen in Beschaffungsabläufen zu beheben. Die Ergebnisse führten dazu, dass einige Lieferanten Backup-Systeme für kritische Prozesse einführen und Lagerbestände von fertigen Produkten und wichtigen Ausrüstungsteilen aufbauen. Darüber hinaus haben wir im Jahr 2015 erneut ausgewählte chinesische Zulieferer zu einem Workshop eingeladen, bei dem die Bedeutung von Nachhaltigkeit für erfolgreiche Geschäftsbeziehungen im Mittelpunkt stand.