Vorwort des Vorstandsvorsitzenden

Geschäftserfolg und Nachhaltigkeit gehören zusammen

Prof. Dr.-Ing. Aldo Belloni – Vorsitzender des Vorstands der Linde AG (Foto)

Professor Dr.-Ing. Aldo Belloni, Vorstandsvorsitzender der Linde AG

Herr Professor Belloni, welche Rolle spielt Nachhaltigkeit für Linde?

Nachhaltigkeit ist eines der Grundprinzipien von Linde. Umweltschutz und soziale Verantwortung sind für uns untrennbar mit langfristigem Geschäftserfolg verbunden. Denn nachhaltiges Wirtschaften trägt zugleich dazu bei, neue Märkte zu erschließen sowie ein attraktiver Arbeitgeber und guter Nachbar an unseren Standorten zu sein. Wir bekennen uns uneingeschränkt zu den Prinzipien des UN Global Compact und haben für uns darüber hinaus eine Reihe von Selbstverpflichtungen festgelegt.

Was waren 2016 in diesem Kontext die wichtigsten Themen für Linde?

Sicherheit und Umweltschutz haben für Linde seit jeher eine besondere Relevanz. Im Vorstand haben wir 2016 eine neue Sicherheitsstrategie verabschiedet, um Risiken noch weiter zu reduzieren. Bei der Transportsicherheit beispielsweise legen wir erneut strengere Maßstäbe an und beziehen jetzt auch Ereignisse mit ein, die bisher als unvermeidbar galten. Um unser Ziel zu erreichen, die Zahl schwerer Transportereignisse bis Ende 2020 um 20 Prozent zu senken, schulen wir unter anderem Fahrer von Linde sowie von Dienstleistern und investieren verstärkt in Fahrzeugsicherheit. Beim Umweltschutz leisten wir mit unseren Aktivitäten zur Vermeidung von CO2-Emissionen einen Beitrag zur globalen Klimaschutzagenda, die Ende 2015 auf der UN-Klimakonferenz in Paris beschlossen wurde. Im Zeitraum von 2009 bis Ende 2016 konnten wir durch technische Verbesserungen und effizientere Produktionsabläufe 3,3 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Bis zum Jahr 2020 sollen es insgesamt 6 Millionen Tonnen CO2 werden.

Welche Produkte von Linde haben Vorteile für Umwelt und Gesellschaft?

Das ist breit gefächert. In der Chemieindustrie helfen wir etwa, den Ausstoß von Stickoxiden durch den Einsatz von Sauerstoff zu senken. Insgesamt konnten unsere Kunden 2016 mit unseren Produkten deutlich mehr CO2 einsparen, als wir im Rahmen unserer Geschäftstätigkeit emittiert haben. Mehr als die Hälfte unserer Forschungs-­ und Entwicklungsprojekte im vergangenen Jahr hatten auch einen Vorteil für die Umwelt zum Ziel. Und im sozialen Bereich ist unser Healthcare-Geschäft ein gutes Beispiel. Für rund 1,8 Millionen Patienten, die zu Hause mit Sauerstoff- und weiteren Homecare-Therapien von Linde behandelt werden, bedeutet dies mehr Unabhängigkeit und Lebensqualität. Gleichzeitig wird das öffentliche Gesundheitssystem finanziell entlastet.

An welchen Nachhaltigkeitsprojekten arbeitet Linde derzeit?

Um nur ein Beispiel zu nennen: Linde ist Vorreiter im Bereich umweltfreundlicher Wasserstofftechnologien. Wasserstoff setzt beim Verbrauch als Kraftstoff kein CO2 frei und er kann eine wichtige Rolle beim Übergang zu einer umweltfreundlicheren – nachhaltigeren – Energieversorgung spielen. Wir arbeiten intensiv daran, das volle Potenzial dieses Energieträgers auszuschöpfen. Anfang 2017 haben wir uns mit zwölf globalen Unternehmen zum Hydrogen Council zusammengeschlossen, um dem Thema weitere Schubkraft zu geben. Hier sehen wir die Möglichkeit, gemeinsam mit der Industrie, der Politik und unseren Kunden aktiv zu den globalen Klimaschutzzielen beizutragen.

Ein Blick nach vorne: Wo sehen Sie die größten Chancen im Bereich Nachhaltigkeit für Linde?

Zunächst setzen wir alles daran, die von uns selbst gesteckten Ziele zu erreichen. Für das Jahr 2017 haben wir beispielsweise zusätzliche Maßnahmen geplant, um unsere Sicherheitskultur bewusster zu leben. Zudem konzentrieren wir Maßnahmen dort, wo wir einen besonders großen Hebel haben, um zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Hier bauen wir auch auf unsere Innovationsstrategie mit ihren Schwerpunkten in Bereichen wie Umwelt und Ressourcen oder Lebensqualität.