Innovationen & Produkte

Innovationen und Produkte

Insgesamt haben wir im vergangenen Geschäftsjahr 121 Mio. EUR in Forschung und Entwicklung investiert (Vj. 131 Mio. EUR). Zum Stichtag 31. Dezember 2016 haben wir in diesem Bereich insgesamt 345 Mitarbeiter beschäftigt (Vj. 348), 228 davon in der Gases Division und 117 in der Engineering Division. Um unsere Innovationen gegenüber dem Wettbewerb abzusichern, haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr konzernweit 360 Erfindungen erstmals zum Patent angemeldet. Am 31. Dezember 2016 schützten 3.607 Patente unterschiedliche Linde Technologien. Viele davon berücksichtigen Nachhaltigkeitsaspekte, so fallen über 500 Patente in die Bereiche Chemie und Umwelt, Clean Energy und Wasserstofftechnologien. Über die Hälfte unserer Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Berichtsjahr hatten auch einen positiven Nutzen für den Umweltschutz zum Ziel.

Innovationen

50%

Forschungsprojekte mit Nutzen für die Umwelt

>500

Patente in den Bereichen Chemie und Umwelt, saubere Energie sowie Wasserstoff-
technologien

>90

Forschungskooperationen
in mehr als 20 Ländern

121 Mio. EUR

in Forschung und Entwicklung investiert

3.607

Patente für Linde Technologien

Auf Basis von Forschungsergebnissen erschließen wir kontinuierlich neue Verwendungsmöglichkeiten für unsere Gase und verbessern bestehende Verfahren, Anlagentechnologien und Anwendungen. Entwicklungen erfolgen fast immer im Umfeld von Aufträgen und damit in sehr enger Abstimmung mit unseren Kunden und deren Anforderungen. Um führende externe Institutionen und Unternehmen einzubinden, gehen wir gezielt Kooperationen ein und können so auf ein Netzwerk von mehr als 90 Partnern in über 20 Ländern bauen.

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Forschung und Entwicklung1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2016

 

2015

 

2014

 

2013

1

Analog zu den Erläuterungen im Finanzbericht 2016 schließen die Kennzahlen für die Jahre 2015 und 2016 das Geschäft des Logistikdienstleisters Gist aus, da es als nicht fortgeführte Aktivität berichtet wurde.

Aufwendungen für Forschung und Entwicklung

Mio. €

 

121

 

131

 

106

 

92

Anzahl der Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung

 

 

345

 

348

 

390

 

367

Anzahl neu angemeldeter Patente

 

 

360

 

287

 

260

 

263

Im Berichtsjahr haben wir eine neue Innovationsstrategie verabschiedet, mit der wir uns auf fünf Kernthemen konzentrieren: neue Werkstoffe, Effizienz, Umwelt und Ressourcen, Lebensqualität sowie das übergreifende Thema Digitalisierung.

Neue Werkstoffe

Im Bereich neue Werkstoffe konzentrieren wir uns auf den Einfluss von Industriegasen auf Materialeigenschaften und Fertigungsverfahren. Bei der Erforschung der Rolle der Industriegase für die additive Fertigung – auch 3D-Druck oder generative Fertigung genannt – nehmen wir eine führende Rolle ein. Am Standort Unterschleißheim bei München haben wir dafür ein Global Development Center eingerichtet. Dort haben wir mit ADDvance™ O2 precision die erste Technologie entwickelt, die bei der Verwendung von Metallpulvern im 3D-Druck den Sauerstoff- und Feuchtigkeitsgrad in der Druckkammer exakt analysiert und steuert.

In Taichung in Taiwan haben wir im Herbst 2016 ein Forschungs- und Entwicklungszentrum für Elektronik eröffnet. In das hochmoderne Labor für Analysen und Produktentwicklung haben wir rund 5 Mio. EUR investiert. Wir fördern den kontinuierlichen technischen Fortschritt unserer Kunden in der Elektronikindustrie, indem wir hochreine, maßgeschneiderte Produkte liefern und ihnen bei der Entwicklung technologisch bedeutender Werkstoffe helfen.

Effizienz

In einem Marktumfeld ständig steigender Wettbewerbsintensität ist die Effizienzsteigerung auch etablierter Verfahren ein Schlüsselelement. Schweiß- und Schneidverfahren sind traditionell eines der wichtigsten Anwendungsgebiete für Linde Gase. Nach wie vor bieten sich auch hier viele Möglichkeiten für Effizienzsteigerungen. So haben wir 2016 mit AVANTO™ ein innovatives Prozessmanagementsystem vorgestellt, das die Effizienz und Qualität von Schweißarbeiten maßgeblich verbessert.

Umwelt und Ressourcen

In verfahrenstechnischen Prozessen beeinflussen sich Energieeffizienz, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit oft gegenseitig. Ein Großteil unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zielt daher darauf ab, diese Wechselwirkung weiter zu optimieren. Dafür suchen wir auch nach Partnern. Wir sind beispielsweise Mitglied einer Kooperation von 17 Unternehmen und Einrichtungen aus Industrie und Wissenschaft, die sich 2016 im Klimaschutzforschungsprojekt „Carbon2Chem“ zusammengeschlossen haben. In dem auf zehn Jahre Laufzeit angelegten Projekt sollen Möglichkeiten erforscht werden, wie aus Stahlwerkshüttengasen chemische Rohstoffe gewonnen werden können. Das in Stahlwerken vorkommende Koksofengas besitzt einen Wasserstoffanteil von über 60 Volumenprozent und stellt eine bisher noch nahezu ungenutzte Ressource dar.

Kohlekraftwerke werden unverändert weltweit für die Energiegewinnung genutzt. Dabei entsteht klimaschädliches Kohlendioxid (CO2). 2016 konnten wir gemeinsam mit BASF ein Pilotprojekt erfolgreich abschließen, in dessen Rahmen eine noch energieeffizientere und kostengünstigere CO2-Abscheidung entwickelt wurde. Am National Carbon Capture Center in Wilsonville, Alabama wurde das Verfahren erprobt. Gemeinsam mit BASF verfolgen wir das Ziel, die verbesserte Technologie jetzt in größerem Maßstab zu testen und die Vermarktung voranzutreiben.

Ebenso engagieren wir uns beim Thema Integration erneuerbarer Energien. So sind wir zum Beispiel bei zwei von der Bundesregierung geförderten Kopernikus-Projekten beteiligt: „Power-to-X“ zur Anwendung von erneuerbarem Strom für die Produktion von synthetischen Kraftstoffen und Chemiegrundstoffen sowie „SynErgie“ zur Flexibilisierung von industriellen Stromverbrauchern wie Luftzerlegungsanlagen.

Wir unterstützen zudem bereits seit mehreren Jahren die Weiterentwicklung der Wasserstoffmobilität. Seit Februar 2015 sind wir an dem Joint Venture H2 Mobility mit Sitz in Berlin beteiligt. Ziel der Kooperation verschiedener Industriekonzerne ist der schrittweise Aufbau eines flächendeckenden Tankstellennetzes für Wasserstoff in Deutschland. Bis 2023 sollen rund 400 Tankstellen in Betrieb sein – Ende 2016 waren es 22. Zur Demonstration und Sammlung von Praxiserfahrungen haben wir im Berichtszeitraum in München das Carsharing-Unternehmen BeeZero mit 50 wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellenfahrzeugen gegründet.

Lebensqualität

Im Jahr 2016 haben wir die Datenplattform Hospital IQ entwickelt, die auf den Vorzügen der neuen Generation von medizinischen Sauerstoffflaschen (LIV® IQ) aufbaut. Die LIV® IQ-Zylinder können zentral von einem Krankenhausmitarbeiter überwacht werden, mithilfe eines PCs oder eines anderen internetfähigen Geräts. Damit können auch aufwändige Kontrollgänge von Zylinder zu Zylinder deutlich reduziert werden, um mehr Zeit für die Patienten zu haben. Anstelle einer einfachen Druckanzeige zeigt ein Digitaldisplay die verbleibende Restzeit für die Sauerstoffversorgung an. LIV® IQ errechnet sie automatisch aus der Restmenge und der eingestellten Durchflussrate.

Digitalisierung

Die Digitalisierung wird das Geschäft und die Arbeitsweisen in der Gaseindustrie und im Anlagenbau nachhaltig verändern. Bestehende und neue Datenquellen zu vernetzen, eröffnet uns und unseren Kunden eine Reihe von zusätzlichen Möglichkeiten. Vor diesem Hintergrund haben wir in Pullach ein Kompetenzzentrum für Digitalisierung gegründet. Dort nutzen interdisziplinär arbeitende Digitalisierungsexperten vorhandene Daten aus Kunden-, Engineering-, Operations- sowie Logistikprozessen, um Prototypen und Dienstleistungen zu entwickeln. Dazu befassen wir uns unter anderem mit Prozessautomatisierung durch künstliche Intelligenz.

Produkte mit Vorteilen für Mensch und Umwelt

Wir analysieren kontinuierlich, wie unsere Produkte Kunden dabei unterstützen können, nachhaltigere Prozesse zu entwickeln – etwa durch höhere Energieeffizienz oder reduzierte Emissionen. So bauen wir beispielsweise unser Produktportfolio im Bereich Energie- und Umwelttechnologien weiter aus. Das Angebot umfasst Verfahren und Technologien, die in der gesamten Wertschöpfungskette erneuerbarer und fossiler Energieträger benötigt werden: von der Förderung über die Umwandlung, den Transport und die Speicherung bis hin zur möglichst effizienten Nutzung.

Produkte

Verarbeitende Industrie

 

850 Mio.

Kubikmeter Wasser jährlich bereiten Kunden von Linde allein in sechs Ländern mithilfe unseres Solvocarb®-Verfahrens in Trinkwasserqualität auf

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Healthcare

Etwa

1,8 Mio.

Patienten mit Atemwegserkrankungen weltweit werden zu Hause mit unserer Sauerstoff- und weiteren Homecare-Therapien behandelt

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Ein wichtiger Wachstumsmarkt ist der Bereich Gesundheit. Im Jahr 2016 haben wir 3,740 Mrd. EUR Umsatz mit unserem Healthcare-Geschäft erwirtschaftet. Unsere Therapien zur Behandlung von Atemwegserkrankungen und unser Angebot zur klinischen Versorgung und Betreuung außerhalb von Krankenhäusern tragen dazu bei, die Lebensbedingungen von etwa 1,8 Millionen Patienten zu verbessern und Gesundheitssysteme zu entlasten. In den USA beispielsweise kostet ein Aufenthalt in der Notaufnahme aufgrund einer akuten Verschlechterung der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) rund 2.000 US-Dollar. Wird der Patient danach stationär ins Krankenhaus eingewiesen, so können durchschnittlich Kosten von bis zu 4.000 US-Dollar pro Tag für die Behandlung anfallen. Nach einer Berechnung der US-Krankenversicherung „Medicare“ fallen bei einer Sauerstoffversorgung zuhause – je nach Wohnort des Patienten – im Schnitt nur rund 2,35 US-Dollar am Tag an.