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CO2 vermeiden – beim Kunden und in eigenen Anlagen

Die wichtigste Klimaschutzmaßnahme für uns ist, CO2-Emissionen gar nicht erst entstehen zu lassen. Durch Effizienzmaßnahmen in unseren eigenen Anlagen reduzieren wir sie bis Ende dieses Jahrzehnts deutlich. Doch Linde Technologien für nachhaltigere Prozesse in der Industrie setzen entlang der gesamten Wertschöpfungskette an. Sie helfen unseren Kunden beispielsweise dabei, CO2 aus den Abgasen ihrer Industrieanlagen abzuspalten, um es als industriellen Rohstoff zu verwerten oder es dafür zu nutzen, industrielle Abwässer wiederaufzubereiten. Davon profitieren unsere Kunden und die Umwelt.

Hier erfahren Sie mehr über unsere Maßnahmen.

CO2 als Rohstoff nutzen

1.500 Tonnen CO2-Abgase als industriellen Rohstoff nutzen – täglich

Al Jubail, einer der größten petrochemischen Industriekomplexe der Welt, eröffnet vielversprechende Perspektiven im Umgang mit CO2.

Die Carbon-Capture-and-Utilisation-Technologie gilt schon lange als ein Weg, um Kohlendioxidemissionen zu reduzieren. Unser Leuchtturmprojekt in Saudi-Arabien zeigt auch den wirtschaftlichen Nutzen.

Carbon-Capture-and-Utilisation-Technologie wirtschaftlich nutzbar machen

Das Bewusstsein für große ökologische Herausforderungen wächst in allen Regionen der Welt. Auch Saudi-Arabien stellte im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie offiziell die Weichen zur Dekarbonisierung. Im Auftrag des Petrochemie-Konzerns Jubail United Petrochemical Company haben wir die größte CO2-Reinigungs- und -Verflüssigungsanlage der Welt errichtet, im Industriekomplex Al Jubail am Persischen Golf. Seit Februar 2017 läuft sie unter Volllast und beweist, dass der großtechnische Einsatz von Carbon-Capture-and-Utilisation-Technologie (CCU) nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich attraktiv ist. Die CCU-Anlage scheidet CO2 ab, bevor es in die Atmosphäre entweichen kann, reinigt es und macht es als industriellen Rohstoff nutzbar für die Methanol- und Harnstoff-Produktion. Das wiederaufbereitete CO2 stammt aus zwei nahegelegenen Ethylenfabriken, wo es bei der Oxidation aus Ethylen und Sauerstoff als Nebenprodukt entsteht. Zudem kann die Anlage pro Tag 200 Tonnen flüssiges CO2 in Lebensmittelqualität produzieren, das zu Getränke- und Lebensmittelproduzenten transportiert wird. Dank dieser Technologie entweichen nun Jahr für Jahr rund 500.000 Tonnen weniger Treibhausgase in die Luft.

Abwasser aufbereiten

300 Kubikmeter verschmutztes Wasser aufbereiten – stündlich

Mit SOLVOCARB® hat Linde ein zuverlässiges und sicheres Konzept entwickelt, wie Gase in Flüssigkeiten eingebracht werden können, um Abwasser zu neutralisieren.

Durch den Eintrag von Kohlendioxid kann ein Textilhersteller in der Türkei sein industrielles Abwasser schnell und umweltfreundlich neutralisieren und wieder nutzbar machen.

Industrielle Abwässer mit CO2 reinigen

Sauberes Wasser ist eine lebenswichtige Ressource. Weltweit werden die gesetzlichen Auflagen hinsichtlich Wasserqualität und Umweltschutz strenger. Industrielle Abwässer dürfen meist nur in einem engen pH-Bereich in die Kanalisation abgegeben werden. Ein sehr effizientes Verfahren für die Aufbereitung solcher Abwässer ist SOLVOCARB® venturi von Linde. Es dient dazu, alkalische Wässer unter Einsatz von Kohlendioxid schnell und umweltfreundlich zu neutralisieren. Der Textilhersteller Bossa Denim in Adana in der Türkei setzt es erfolgreich ein. Jede Stunde werden hier bis zu 300 Kubikmeter Abwasser durch die Zufuhr von jeweils ca. 275 Kilogramm CO2 auf den geforderten pH-Wert gebracht. Obendrein erhöht das Linde Verfahren die Betriebssicherheit der Anlage – und senkt ihre Kosten. Denn im Gegensatz zur bisher verwendeten Substanz Schwefelsäure entstehen beim Einsatz von CO2 weniger korrosive Substanzen. Das hilft, Beschädigungen zum Beispiel an Leitungen zu vermeiden, und senkt den Wartungsaufwand. Das neue System erfüllt alle Anforderungen des lokalen Wasserversorgungsbetriebs. Der pH-Wert liegt zuverlässig im grünen Bereich.

Kohlendioxid vermeiden

6 Millionen Tonnen CO2-Emissionen vermeiden – weltweit

In seiner Luftzerlegungsanlage in Ningbo, China, hat Linde Prozesse überholt und auf diese Weise Kosten und Emissionen reduziert.

Mit einer Reihe von Effizienzmaßnahmen wollen wir die globalen CO2-Emissionen durch den Betrieb unserer HyCO- und Luftzerlegungsanlagen bis 2020 um rund 6 Millionen Tonnen reduzieren.

Alle Potenziale nutzen, um Treibhausgasemissionen zu reduzieren

Für den globalen Klimaschutz zählt jede Maßnahme, an jedem einzelnen Standort. In vielen großen Industrieanlagen schlummern Energieeinsparpotenziale, die auch erheblich zur Verringerung der Schadstoffemissionen beitragen können. Deshalb haben wir uns das Ziel gesteckt, bis zum Jahr 2020 weltweit insgesamt 6 Millionen Tonnen CO2-Emissionen aus Wasserstoff- und Synthesegas- (HyCO-Anlagen) sowie Luftzerlegungsanlagen zu vermeiden. Zum Erfolg dieser Initiative trug im Jahr 2017 die Überholung einer Luftzerlegungsanlage in Ningbo, China bei. Die gesamte Anlage wurde darauf getrimmt, Energie effizienter einzusetzen. Filter und Rohrleitungen des Meerwasser-Kühlsystems werden regelmäßig gereinigt und gewartet. Auch Dampf-Kompressor und Durchflussmesser werden besser auf den jeweiligen Bedarf der Anlage abgestimmt, was nicht nur ihre Leistung optimiert, sondern auch ihren Energiebedarf senkt. Dank dieser Effizienzmaßnahmen benötigt die gesamte Anlage jährlich rund 8.000 Megawattstunden Strom weniger. Das bedeutet eine Einsparung von 600.000 EUR für uns als Betreiber und rund 10.000 Tonnen weniger CO2-Emissionen – pro Jahr.